Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
The Packard Humanities Institute
Los Altos
California, USA
Morgenstern
Anja
text encoding, text editing
Kelnreiter
Franz
technical supervisor, data modelling
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
[https://dme.mozarteum.at]
2016-6
CC BY-NC-SA 4.0
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1595
A-Sm
A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)
last file update: Wed May 11 14:48:05 2022
LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA VON BERCHTOLD ZU SONNENBURG IN ST. GILGEN
SALZBURG, 19. JANUAR 1787
_________________________________________________________________________\hfill Salzb d 19t Jener
Der Leopoldl ist gesund und wohlauf!___________________________________\hfill 1787
Da heute mein Plagtag war, konnte erst itzt nach dem Nachtessen
um 10 uhr u ein Viertl zu schreib anfang. die traurige Neuig=keit, die ich dem h: Sohn zu bericht habe ist, daß der h: Magister
weg der durchgängig Theurung aller LebensMittl ohmöglich be=steh kan, und von samtl: Knaben wochentlich 15 Xr mehr ausbitt
muß, aber nur so lange, bis der Preis der Esswaren wied
etwas herunter fallet, da itzt, wie bekannt ist, nicht nur
Brod, sond gar alles – alles im hoh Preis stehet und
über das noch hart zu bekom ist. – ja, wir hab morgen zu
erwarten, ob das Rindfleisch nicht auf 7 Xr komt. überdas
hatt wir itzt schon so lange sehr kalte Zeit, Nebel und schneidende
Winde, daß die Fenster oft den ganz Tag nicht ganz vom
Eÿs freÿ wurd, folgl: möchte man mit Holz kauff
arm werd.
Hier schlüsse das Sonette, das meinem Sohn zu Ehr gemacht
wurde beÿ. Bitte es mit gelegenheit zurük. – Ich hab ihm
schon nach Prag geschrieb u den Brief an h: Duscheck address[iert. (Textverlust)]
Die heutige Comoedie war wahrhaft, – und gut!
Der Heinrich empfehlt sich euch beÿd, wie auch die Marchand:
und h: Becke von Münch, der mir geschrieb u im Nam des graf
Taufkürch, – der gräfin von Seeau, und einer Menge Freunde dahin
zu kom eingelad hat. – allein meine Gesundheit ist noch nicht, wie
ichs wünsche. – ich mache mir Hofnung, daß die wärmere Witterung
mir vorträglicher seÿn wird. die opera wird schwerlich vorm 29t
in Scena geh. – Vielleicht auch den 22t. – Ich küsse euch von Herz
grüsse die Kind, u bin wie allzeit euer redlicher Vatter
____________________________________________________________________________\hfill Mozart mp
h: Sfer in Münch ist gestorb.
h: Ingenier OberLieuten: Gilowsky ist hier, empfehlt sich, und wünschte
euch hier zu seh.
Der Leopoldl schickt euch million
küsse. die Nandl u Tresel
küssen die Hände, u ich grüsse
die Lenerl.
DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM
INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881
\newpage À Madame
Madame de Sonenbourg
à
St: Gilgen
INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881