Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
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Los Altos
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Morgenstern
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Kelnreiter
Franz
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Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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WOLFGANG AMADÉ MOZART AN MARIA ANNA VON BERCHTOLD ZU SONNENBURG IN ST. GILGEN
WIEN, 2. AUGUST 1788
_____________________________________________________________D. Giovanni war
_______________________________________________________________komponirt, als dieser
___________________________________________________________________Brief geschrieben ward.
Scheint im Jul.____________________________________________________Dieses, um das
1788. geschrieben_________________liebste Schwester! – _____________Datum desselben
zu seyn.__________________________________________________________________ausfindig zu machen.
Mit recht könntest du böse auf mich seÿn! – wirst du es aber auch dann seÿn,
wenn du mit diesem Postwagen die Neuesten klavierstücke von mir erhaltest? –
O nein! – dies wird hofentlich alles wieder ins geleise bringen. –
da du überzeuget seÿn wirst, daß ich dir gewis täglich alles mögliche gute wünsche,
so wirst du auch darüber hinausgehen, daß ich mit meinem glückswunsche zu deinem
Namenstage etwas Späte nachhinke; – liebste Schwester; – Ich wünsche dir vom ganzen
Herzen, von ganzer Seele, alles das, was du dir selbst am ersprieslichsten zu seÿn
glaubest, und hiemit Punktum. –
liebe Schwester! – du kannst nicht zweifeln daß ich viel zu thun habe – du weist auch
recht gut daß ich zum briefschreiben etwas faul bin; – neme mir es also nicht
übel wenn ich dir selten schreibe; – dieses soll aber dich nicht abhalten, mir öfters
zu schreiben; – so ungerne ich briefe schreibe, so gerne erhalte ich deren.
– auch hast du mehr stoff zu schreiben als ich, da mich in Salzburg mehr Sachen
intressiren als dich in Wienn.\- –
Nun muß ich dich um etwas bitten; – Ich möchte gerne daß mir der Haÿdn
seine 2 Tutti-Messen, und die Graduali so er geschrieben, in Partitur auf
eine zeit lehnte; – ich würde sie mit allem dank wieder zurück schicken. –
es ist nun eben ein Jahr daß ich ihm geschrieben, und ihn zu mir eingeladen
habe. aber er hat mir nicht geantwortet; – im antworten scheint er mir
viel gleiches mit mir zu haben, nicht wahr? – Ich bitte dich also recht
sehr mir diese sachen auf diese art zuwege zu bringen; – lade ihn zu dir
hinaus, und Spiele ihm von den Neuen sachen vor; – das Trio, und quartett
wird ihm nicht misfallen. – adieu, liebste schwester! – so bald sich wieder
Neue Musick samelt, so werde ich Sie dir schicken; – Ich bin Ewig
P: S: Meine frau empfehlt sich dir bestens.___________________________\hfill dein aufrichtiger bruder
und wir beÿde unsern Lieben h: schwagern.______________________\hfill W: A: Mozart mp
1446950___________1584_______________________________________________vide Rückseite_________________________________1446
K. M.
S. C.
1446.
P: S: um dir über den Punkt in betref meines dienstes zu antworten, so hat mich
der kaÿser zu sich in die kamer=genomen, folglich förmlich dekretirt; einsweilen
aber nur mit 800 fl: – es ist aber keiner in der kamer der so viel hat. –
auf dem anschlag zettel, da meine Prager Oper Don Giovanni | welche eben
heut wieder gegeben wird :| aufgeführt wurde, auf welchem gewis nicht zu viel steht,
da ihn die k: k: theater direction herausgiebt, stunde; – die Musick ist von h:
Mozart, kapellmeister, in wirklichen diensten seiner k: k: Maÿestätt.
À
Madame
Madame Marie anne de
Sonnenbourg née Mozart
_________________________à
zu St: gilgen
im Pfleg=Hause.________Salzbourg.
1446