Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2020-02 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=675 Verbleib unbekannt (Vorlage: Abschrift um 1768 in D-B) last file update: Wed May 11 14:48:06 2022
LEOPOLD MOZART AN LORENZ HAGENAUER IN SALZBURG WIEN, 22. SEPTEMBER 1767
_______________________42 ___________________________\hfill Wienn den 22. Sept: _________________________________________________\hfill 1767. _____Von unserm Wohlseÿn auf der Reiße wird ihnen die Frau Reifenstulin, und auch der general Platzische bediente Chri=stian bereits einige Nachricht gegeben haben. Wir sind den ersten Tag bis Vöckelpruck, den zweÿten Mittags nach Lambach |: wo wir im Kloster zu Mittag assen :| und Abends nach Lintz gefahren. Wir wurden auch gleich nach der Kirche fortgereiset seÿn, wenn uns nicht der herr Prelat von Lambach zum Mittag essen gebethen hätte. Wir wohnten beÿm grünnen Baum in der Vorstatt, und da das Lambacher Haus gleich nahe beÿ ist; so ließ ich ihm den Abend um 9 Uhr noch meine Ankunft wissen. Wir giengen Sontags nicht mehr weiter als bis auf den Strengberg, Montag Mittags nach Melck, wo wir nach dem Tische ins Kloster hinauf giengen, uns die Zimmer zeigen liessen, und uns weiters nicht zu kennen gaben, als bis wir beÿ Beschauung der Kirche und der Orgel, dem Organisten Gelegen=heit gaben dem Wolfganggangganggerl am Spielen zu kennen, oder vielmehr zu errathen. Wir sassen aber auch gleich darauf in Wagen und fuhren nach St. Pelten, und den anderen Tag Morgens nach Burckerstorf und Wien. _____Von der Hauptmauth will ihnen nur so viel sagen, daß alles bis auf das Marck durchsucht wird, und das ich über eine Stund aufgehalten wurde. Mei=ne Addresse werden sie noch nicht haben. Es ist in der Weinburggasse im cari=voltischen Hause beÿ Herrn Schmalecker im 2.ten Stock. Es wird aber besser seÿn etwa die Brief an herrn Peisser zu schicken. Von unsern Verrich= tungen kann noch gar nichts berichten. S:e Maÿestät der Kaÿser sind erst aus Ungarn zurück gekommen; und die Kaÿ=serin Maiestätt hatten dieser Täge eine Andacht wegen dem Todtfall des seel: Kaÿ=sers, eine Andacht, die sie alle Monat vornimmt. Es giebt übrigens alle Ta=ge oder opera Seria oder opera Buffa oder Comoedie. Am Sonntage war Ball beÿm Neapolitanischen Gesandten, und Morgen den 23. wird im Liechten=steinischen garten Illumination, Ball und Feuerwerck seÿn. Ich hoffe übrigens sie werden alle sich wohl befinden. Ich kann unmöglich mehr schreiben, die Feder ist zum fluchen ellendig. Wir em=pfehlen uns alle. _____Ich habe vergessen dem Herrn Jo=seph dasjenige herbeÿzurichten, was an meinem Bruder hätte sollen geschicket werden. Nun ist es vorbeÿ. Sollte eine Gelegenheit seÿn, so wäre es der gewisse Braun gelblichte Rock, welcher im Cabinetl am Klaiderholz hängt, oder auf dem Bett liegt. Und auf der Erden liegen 2. mit spagat in Fluspapier zusammen gebundene Packel, diese gehören auch dazu. mit der Adresse, H: Joseph Ignati Mozart burgerl: Buchbinder in Augsburg. im Affenwald. _____Oh, che Confusione! [... (Beginn der Abschrift des Briefes vom 29. September 1767)]