Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
The Packard Humanities Institute
Los Altos
California, USA
Morgenstern
Anja
text encoding, text editing
Kelnreiter
Franz
technical supervisor, data modelling
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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2020-02
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Verbleib unbekannt (Vorlage: Abschrift um 1768 in D-B)
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LEOPOLD MOZART AN MARIA THERESIA UND LORENZ HAGENAUER IN SALZBURG
WIEN, 14. OKTOBER 1767
[... (Schluss der Abschrift des Briefes vom 7. Oktober 1767)]
__________________45
___________________________\hfill Wienn den 14.t octb:
_________________________________________________\hfill 1767.
_____Madame!
_____Mein Schreiben wird zwar etwas
Später eintreffen; allein Sie wissen
___________________________________schon
schon wie es gehet: ein Post tag ist bald
versehen; sonderlich wenn man vielerleÿ
Sachen im Kopfe hat.
_____Wir alle wünschen zu dem |: da ich
schreibe :| bevorstehenden, und |: da sie es
lesen |: verflossenen Nahmens Fest alles
dasjenige, was wir vom Neuenjahrstage
bis am St: Silvestertage allzeit gewunschen,
und so lange wir leben, wünschen werden;
nämlich was uns zur zeitlichen und ewigen
Wohlfahrt nützlich ist, ia nöthig ist; dan
haben wir genug. Wir bleiben die al=ten; und hiemit habe ich alles gesagt; die
grosse Correspondenz haben wir richtig er=
halten. Die kleine Wunde des Wolf=gang: haben wir mit dem opobalsomo, den
die Jungfrau Schnürerin meiner Frau ge=geben auf der Reise noch geheilet; bis
ietzt ist nichts als ein kleines rothes stri=chel sichtbar, welches so lange roth bleibet,
weil wir nichts darauf legen und folglich
der Luft und dem täglichen waschen aus=gesetzt ist. _____Ich habe dem herrn Estling=er gewisse Synfonien zum copieren zu=rück gelassen, ich hoffe sie werden fertig seÿn;
dieß sind eben diejenigen Synfonien die
ich nach Donaueschingen zusenden habe.
ich werde mit nächster Post ein Schreiben
an den Fürsten einsenden, welchem man
diese Synfonien beÿfügen und durch den
Postwagen fortschicken muß. Ich hoffe
der herr Estlinger wird mich wohl ver=standen haben. Die Concert mit 2.
clavier gehörten nach Zürch an Herrn
Gesner. Die Synfonien gehören nach
Donaueschingen; und die Clavier Con=cert, so herr Spizeder dem Herrn Estling=er zu copiren gegeben, must herr Estling=er, wenn sie geschrieben, dem Herrn von
Menhofer behändigen, der sie ihm auch
bezahlen wird. _____Dieß schreibe in
Eÿll. Wir empfehlen uns alle, und ich bin
von nun an bis in Ewigkeit der alte.
_____Mit der Erzherzoginn soll es bassabl
gehen. doch weis kein Mensch die rechte
Wahrheit.
_____für Hr: Hagenauer allein.
Wundern sie sich nur nicht wen wir 4, oder gar
500 fl: herausnehm, aut Caesar aut nihil. nicht aber
Wenzlisch. es komt vielleicht ein einziger Tag, der
alles bezahlt. Wir haben noch nirgends gespielt; weil
wir beÿ hofe noch nicht gespielt hab, ich werde Ihnen
seiner zeit wunderliche Sach erzehl: daß h: Meisner
noch nicht abgereist wird leicht zu errath seÿn.
deficiente pecu deficit omne nia. Er wird auf ein succurs
vom margraf wart, dan der scolar hat um geld geschrieb.
die Kaiserin war mit der Prinzesin Braut am franciscjfrancisco
tag oder Sontag beÿ den capuciner, wo sie beichtete und
nach der hl: comunion in die gruft gieng um sich durch
ein 3 Stündige bettschwesterische andacht beÿ allen
ihren tod Vatter, brudern, schwester und schwägerinn
zu beurlaub. der üble geruch p: der Eindruck p:
verursachte denselb tag noch eine starke alteration,
und am dienstag war die blattern da.