Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg Austria
The Packard Humanities Institute
Los Altos California, USA
Morgenstern Anja text encoding, text editing Kelnreiter Franz technical supervisor, data modelling Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition Ulrich Leisinger Digitale Mozart-Edition https://dme.mozarteum.at
2020-02 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=678 Verbleib unbekannt (Vorlage: Abschrift um 1768 in D-B) last file update: Wed May 11 14:48:06 2022
LEOPOLD MOZART AN MARIA THERESIA UND LORENZ HAGENAUER IN SALZBURG WIEN, 14. OKTOBER 1767
[... (Schluss der Abschrift des Briefes vom 7. Oktober 1767)] __________________45 ___________________________\hfill Wienn den 14.t octb: _________________________________________________\hfill 1767. _____Madame! _____Mein Schreiben wird zwar etwas Später eintreffen; allein Sie wissen ___________________________________schon schon wie es gehet: ein Post tag ist bald versehen; sonderlich wenn man vielerleÿ Sachen im Kopfe hat. _____Wir alle wünschen zu dem |: da ich schreibe :| bevorstehenden, und |: da sie es lesen |: verflossenen Nahmens Fest alles dasjenige, was wir vom Neuenjahrstage bis am St: Silvestertage allzeit gewunschen, und so lange wir leben, wünschen werden; nämlich was uns zur zeitlichen und ewigen Wohlfahrt nützlich ist, ia nöthig ist; dan haben wir genug. Wir bleiben die al=ten; und hiemit habe ich alles gesagt; die grosse Correspondenz haben wir richtig er= halten. Die kleine Wunde des Wolf=gang: haben wir mit dem opobalsomo, den die Jungfrau Schnürerin meiner Frau ge=geben auf der Reise noch geheilet; bis ietzt ist nichts als ein kleines rothes stri=chel sichtbar, welches so lange roth bleibet, weil wir nichts darauf legen und folglich der Luft und dem täglichen waschen aus=gesetzt ist. _____Ich habe dem herrn Estling=er gewisse Synfonien zum copieren zu=rück gelassen, ich hoffe sie werden fertig seÿn; dieß sind eben diejenigen Synfonien die ich nach Donaueschingen zusenden habe. ich werde mit nächster Post ein Schreiben an den Fürsten einsenden, welchem man diese Synfonien beÿfügen und durch den Postwagen fortschicken muß. Ich hoffe der herr Estlinger wird mich wohl ver=standen haben. Die Concert mit 2. clavier gehörten nach Zürch an Herrn Gesner. Die Synfonien gehören nach Donaueschingen; und die Clavier Con=cert, so herr Spizeder dem Herrn Estling=er zu copiren gegeben, must herr Estling=er, wenn sie geschrieben, dem Herrn von Menhofer behändigen, der sie ihm auch bezahlen wird. _____Dieß schreibe in Eÿll. Wir empfehlen uns alle, und ich bin von nun an bis in Ewigkeit der alte. _____Mit der Erzherzoginn soll es bassabl gehen. doch weis kein Mensch die rechte Wahrheit. _____für Hr: Hagenauer allein. Wundern sie sich nur nicht wen wir 4, oder gar 500 fl: herausnehm, aut Caesar aut nihil. nicht aber Wenzlisch. es komt vielleicht ein einziger Tag, der alles bezahlt. Wir haben noch nirgends gespielt; weil wir beÿ hofe noch nicht gespielt hab, ich werde Ihnen seiner zeit wunderliche Sach erzehl: daß h: Meisner noch nicht abgereist wird leicht zu errath seÿn. deficiente pecu deficit omne nia. Er wird auf ein succurs vom margraf wart, dan der scolar hat um geld geschrieb. die Kaiserin war mit der Prinzesin Braut am franciscjfrancisco tag oder Sontag beÿ den capuciner, wo sie beichtete und nach der hl: comunion in die gruft gieng um sich durch ein 3 Stündige bettschwesterische andacht beÿ allen ihren tod Vatter, brudern, schwester und schwägerinn zu beurlaub. der üble geruch p: der Eindruck p: verursachte denselb tag noch eine starke alteration, und am dienstag war die blattern da.