Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
The Packard Humanities Institute
Los Altos
California, USA
Morgenstern
Anja
text encoding, text editing
Kelnreiter
Franz
technical supervisor, data modelling
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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2011-05
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A-Sm
A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)
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LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA MOZART IN SALZBURG
VENEDIG, 1. MÄRZ 1771
__________________________________________________\hfill Venedig d 1 Merz 1771
Wir sind Gott lob gesund, imer bald da, bald dort eingelad,
folglich hab wir beständig die gondol der Herrschaft vor unserem
Hause, und fahr täglich auf dem Canal grande. Wir werd
um 8 täge später aus Venedig wegkom, als ich geglaubt, und
uns auch 2 bis 3 täge in Vicenza aufhalt müss, indem der
aldasige Bischoffe aus dem Hause Cornero uns nicht will durch=reisen lass ohne beÿ ihm zu speisen od vielmehr sich beÿ
ihm ein paar täge wenigst aufzuhalt. dan wird auch ein
3 tägiger Aufenthalt in Verona seÿn, und vielleicht eine zugabe
von 24 Stund. Nichtsdestoweniger werd wir, wen uns nichts
w[i]driges zustosst, welches Gott verhütten wolle, vor Ostern
in Salzburg seÿn. Es ist mir nur Leyd, daß wir nichts als
betrübte fasttäge auf unserer Reise hab werd. Vielleicht
kom wir am Charfreytag nach Reichenhall, die gewöhnliche
Passionsopera alda zu hör. Wie mir das arsenal, die Kirch,
ospitali und andere Sach p: ja wie mir ganz Venedig gefahl,
werde dir weitläuftig sag. Entzwisch kan dir sag, daß schöne und
besonde Sach hier zu seh sind. du siehst aus fed und dint, daß ietzt
dieses beÿ h: Wider schreibe, wo eb Dein Brief samt h: Adelgassers
Einschluss erhalt. An h: Adlgasser und frau unsere Empf: ich
werde alles besorg und sein schreib mündlich beantwort. Was aber
die opera anbelangt, werd wir solche noch nicht mitbring, indem sie noch
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in des Copisten händ ist, und solcher, wie alle opern Copist
in Itali, das originale nicht aus Hand lass, so lange sie ihr
Schnitt mach könn, damit sie es allein hab. der Copist
hatte, da wir von Maÿland abreiset 5 ganze Copien zu mach,
nämlich 1 für die Impresa. 2 nach wien, 1 für die Her=zogin von Parma, und 1 für den Hof nach Lisabona, von
den einfach Arien nichts zu meld: und wer weis, ob er unter=dess nicht mehrere Bestellung bekom hat. Er sagte mir dort
schon, daß ich vor Ostern mir nicht Hofnung mach därfte, solche
zu seh; unterdess hoffe in Salzb: zu seÿn. Man wird uns
solche von Mayland dan nach Salzburg schick. Was den taff[et]
anbelangt, werdet ihr beÿde bedient werd. Wir speisen heut
abermahl beÿ h: Wider, der uns, wen wir nirgends anders
eingelad sind, für beständig zu tische hat. Er empfehlt sich samt
all den seinig; ich habe ihm viele Verbindlichkeit. Am kom[en]d
dienstage werd wir eine grosse Accademie hab. am Sontage
vorhero werd wir beÿm Kaÿserl: Gesandt seÿn. am Montage
beÿ S: E: Mafetti, wo d Bocelli Sm: war. p: –
addio lebts beÿde wohl, wir Küss euch viel 100000 mahl –
ich bin dein alter
____________________________________________________\hfill Mozart mp
\newpage an alle freunde u freundin in u ausser dem hauß
alles erdenkl: schönes auf baldiges widseh.
Se: Hochf: gd werd sond zweifel mein Schreib auf dem
Geburtstage erhalt haben? –
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