Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2011-05 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=795 A-Sm A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT) last file update: Wed May 11 14:48:09 2022
LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA MOZART IN SALZBURG VENEDIG, 6. MÄRZ 1771
__________________________________________________________________\hfill Venedig d 6 Merz 1771. Diesen Brief hast du dem h: Wieder zu verdanken, der mich zwingt dir zu schreib, da ich nach dem tische eine kleine zeit nichts zu thun habe, und eben heute Posttag ist. Gestern war eine schöne accademie, und diese täge sind wir so erschröcklich gequält, daß ich nicht weis wer den Preiß davon trag wird uns beÿ sich zu hab. Ich kan demnach vor dem Montage nicht weg kom. dieser ist aber auch der vestgesetzte tag unserer abreise von Vendig. du darfst aber dessweg nicht besorgt seÿn, daß wir nicht auf Ostern in Salzb: seÿn werd; was ich hier zu viel bleibe das benehme ich and ort, wo mich weniger, und, so zu sag fast dan gar uns nicht mehr aufhalt werde. Wir sind, Gott Lob gesund; Es ist uns nur Leid, od viellmehr es ist schade, daß wir uns nicht länger hier aufhalt könn, indem wir mitder ganz Noblesse genaue Bekanntschaft gemacht, und aller Ort in G[e]sellschaft, beÿ tafeln, kurz beÿ all Gelegenheit so mit Ehr überhäuft werd, daß man uns nicht nur durch den Secretaire vom Hauß in d gondola abhohl und nach Hause begleit lässt, sond oft der Nobile selbst mit uns nach Hause fährt, und zwar von den erst Häusern, als Cornero, Grimani, Mocenigo, Dolfin Valier &c: Weist du wen ich gestern geseh? – – den Man derjenig abscheulich=berühmt Sängerin, die zu Salzb: das Famose Concert auf der trinkstube gegeb, und dan sich im sessl in die KaufmansHäuser um zu betteln hat trag lass. Er sass beÿm Eingang in die Accademie hinter d thüre in einem Roth Mantl, um zu seh wie Stark die Compagnie der Noblesse seÿn wird. Endlich da ich näher hinkam, stund er auf mich anzured, dan ich stellte mich, als sahe ich ihn nicht. Er erfreute sich DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 mich in Venedig zu seh, sagte mir daß seine Frau beÿ h: Maestro Boroni Lection nehme, und mir gerne ihre Aufwartung mach wollte, ich muste ihm mit gewalt meine Wohnung sag, ich gab aber auch zu hauß gleich ordre, daß, wen eine Mansperson mit einem FrauZimer, od ein FrauZimer allein kom sollte, man mich allzeit verläugn solle. Heute hab wir, nach viel schön täg, ein abscheulich Regtag, ich wünsche, daß der Reg nicht fort=dauert, sonst hab wir von Padua nach Vicenza ein erschröcklich Weeg. Basta! man muß alles nehm, wie es komt, dieß sind sach die mich ganz ruhig schlaff lass, wen wir nur gesund sind. du wirst, nach dem Empfang dieses Briefes mir hart mehr schreibn: es müste nur nach Insprugg seÿn, wo ich mich auf d[er] Post erkundig werde. die Ehren, die wir beÿ h: Wied empfang, kan dir nicht beschreib, wen wir nirgends anders eingelad sind, speis wir allzeit beÿ ihm, und er besorgt alles was wir nothwendig hab. Er und sein ganzes Hauß empfehlt sich dir und dem ganz Hagenauerisch hause. Lebt wohl, wir küss euch 10000 etc mahl u bin dein alter _____________________________________________________________________\hfill Mozart mp an alle freunde und freundin unsere Empf: Dein Lamentations=Brief, den du nach Mayland geschrieb, habe erhalt; den tag, als das Bölzlschüss im Eizenbergerhof war, sind wir Mittags von Maÿland abgereist, und hab die Nacht in Canonico geschlaff. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881