Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
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Los Altos
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Morgenstern
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Kelnreiter
Franz
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Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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A-Sm
A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)
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LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA MOZART IN SALZBURG
VENEDIG, 6. MÄRZ 1771
__________________________________________________________________\hfill Venedig d 6 Merz 1771.
Diesen Brief hast du dem h: Wieder zu verdanken, der mich zwingt
dir zu schreib, da ich nach dem tische eine kleine zeit nichts zu thun habe, und
eben heute Posttag ist. Gestern war eine schöne accademie, und diese
täge sind wir so erschröcklich gequält, daß ich nicht weis wer den Preiß davon
trag wird uns beÿ sich zu hab. Ich kan demnach vor dem Montage nicht weg
kom. dieser ist aber auch der vestgesetzte tag unserer abreise von Vendig.
du darfst aber dessweg nicht besorgt seÿn, daß wir nicht auf Ostern in
Salzb: seÿn werd; was ich hier zu viel bleibe das benehme ich and ort,
wo mich weniger, und, so zu sag fast dan gar uns nicht mehr aufhalt werde.
Wir sind, Gott Lob gesund; Es ist uns nur Leid, od viellmehr es ist
schade, daß wir uns nicht länger hier aufhalt könn, indem wir mitder
ganz Noblesse genaue Bekanntschaft gemacht, und aller Ort
in G[e]sellschaft, beÿ tafeln, kurz beÿ all Gelegenheit so mit Ehr
überhäuft werd, daß man uns nicht nur durch den Secretaire vom
Hauß in d gondola abhohl und nach Hause begleit lässt, sond oft
der Nobile selbst mit uns nach Hause fährt, und zwar von den
erst Häusern, als Cornero, Grimani, Mocenigo, Dolfin Valier &c:
Weist du wen ich gestern geseh? – – den Man derjenig abscheulich=berühmt Sängerin, die zu Salzb: das Famose Concert auf der
trinkstube gegeb, und dan sich im sessl in die KaufmansHäuser
um zu betteln hat trag lass. Er sass beÿm Eingang in die Accademie
hinter d thüre in einem Roth Mantl, um zu seh wie Stark die Compagnie
der Noblesse seÿn wird. Endlich da ich näher hinkam, stund er auf mich
anzured, dan ich stellte mich, als sahe ich ihn nicht. Er erfreute sich
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mich in Venedig zu seh, sagte mir daß seine Frau beÿ h: Maestro
Boroni Lection nehme, und mir gerne ihre Aufwartung mach
wollte, ich muste ihm mit gewalt meine Wohnung sag, ich gab
aber auch zu hauß gleich ordre, daß, wen eine Mansperson
mit einem FrauZimer, od ein FrauZimer allein kom sollte,
man mich allzeit verläugn solle. Heute hab wir, nach viel schön
täg, ein abscheulich Regtag, ich wünsche, daß der Reg nicht fort=dauert, sonst hab wir von Padua nach Vicenza ein erschröcklich
Weeg. Basta! man muß alles nehm, wie es komt, dieß sind sach
die mich ganz ruhig schlaff lass, wen wir nur gesund sind.
du wirst, nach dem Empfang dieses Briefes mir hart mehr schreib
kön: es müste nur nach Insprugg seÿn, wo ich mich auf d[er]
Post erkundig werde.
die Ehren, die wir beÿ h: Wied empfang, kan dir nicht beschreib,
wen wir nirgends anders eingelad sind, speis wir allzeit beÿ ihm,
und er besorgt alles was wir nothwendig hab. Er und sein ganzes
Hauß empfehlt sich dir und dem ganz Hagenauerisch hause.
Lebt wohl, wir küss euch 10000 etc mahl u bin dein alter
_____________________________________________________________________\hfill Mozart mp
an alle freunde und freundin unsere Empf:
Dein Lamentations=Brief, den du nach Mayland geschrieb, habe
erhalt; den tag, als das Bölzlschüss im Eizenbergerhof war,
sind wir Mittags von Maÿland abgereist, und hab die
Nacht in Canonico geschlaff.
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