Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2011-05 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=828 Verbleib unbekannt (Nachweis: Sotheby's London, 15.5.2008, Katalog, Lot 80) last file update: Wed May 11 14:48:10 2022
LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA MOZART IN SALZBURG MAILAND, 21. NOVEMBER 1772 mit Nachschrift von Wolfgang Amadé Mozart an Maria Anna (Nannerl) Mozart
________________________________________________________________\hfill Mayland d 21t Novemb: __________________________________________________________________________________________\hfill 1772 Wir sind, Gott Lob, frisch und gesund wie die fische im wasser, dan seit gestern 8 täge hat es tag und nacht so erstaunlich geregnet, daß es gar kein wund, wenn alle Posten, die heut eintreff sollt, noch erwartet werd. Nebst dem stark Reg und Wind ward in der nacht vom 19t bis auf den 20t ein starkes donerwetter, welches um 10 uhr Nachts mit blitz angefang, und dan die ganze Nacht bis 4 uhr frühe mit viellem hefftig doner ohne unterlass angehalt. Ich meines theils wurde durch ein stark doner um 2 uhr, und dan nach 5 uhr erwecket, schlief aber gleich wied ein. der Wolfg: hingeg, nachdem er um 12 uhr einge=schlaff, hörte vom Rest des Wetters gar nichts mehr. Wir hab eine weit bessere Wohnung, als wir sonst hatt, schöner, bequemer, näher noch am theater und folglich etwa 50 schritte von d Md:me d'aste entfernt, die uns ein paar gute Kopfküss geliehen, da die italiänisch speck=schwarden uns zu hart sind. übrigens, da unser vormaliges Bett 9 span breit war, so ist das dermahlige 10 spane. An Euerm guten wohlseÿn will nicht zweifeln. Heut ist die Jahrzeit unseres Hochzeit tages. Es wird, wie glaube, 25 Jahre seÿn, daß wir den gut Gedanck hatt uns zu verheÿrath. – – diesen Gedanck hatt wir zwar viele jahre zuvor. gute dinge, wollen ihre Zeit!_____ Der Primo Uomo Sgr: Rauzzini ist nun angelangt, es wird nun also imer mehr zu thun geb und lebhafter werd. Es wird aber auch an klein Comœdi _____________________________________________________________________________________________________Thum wie es beÿm Theater gewöhnlich ist, nicht fehl. das sind kleinigkeit! die feig, die h: Joseph beÿ d abreise dem Wolfg: gegeb, war so wundersam wie das Brod und die fische im Evangelio, dan gestern assen wir noch davon zur abendmalzeit, die täglich in nichts als traub und Brod und einem glaß wein bestehet. Wir empf: uns all gut freund u freundin. der tag ist Kurz! Es giebt viel zu thun, ist es keine Arbeit, so sind es halt denoch verrichtung. wir küss euch – – so oft ihr wollt – – und bin samt dem Wolfg: _________________________________________________________________________\hfill dein alter ________________________________________________________________________________\hfill Mozart mp. Ich sage dir danck, du weist schon für waß. dem h: von hefner bitte ich um verzeÿhung daß Ich ihm noch nicht geantwortet habe. allein es war ohn=möglich und es ist noch ohnmöglich: dan so bald Ich nach haus kome, so giebt es was zu schreiben, liegt oft schon was auf den Tisch, und ausser den haus, auf der gasse, kan ich ohnmöglich nicht schreiben. wen du ihn siehest, zu lasse Ihm dieses folgende lesen, und Ich bitte ihm er soll sich unterdessen mit diesen begnügen. Ich werde es meinen wohlfeilen freünden nicht vor übl haben, daß er mir nicht ge=antwortet hat, so bald er wird mehr zeit haben, wird er mir gewiß, zweifels ohne, ohne zweifel, sicher, richtiglich antworten. Mein Compliment an alle gute freünde und freündinen. der Mama küsse ich die hände. wohle leb, und neue mir bald was schreibes. die Teütschland vom Post ist noch nicht angekomen. ____________________________________Oidda.______________\hfill Ich sonst wie bin _____Milano à 2771 nowembr: 12 den.___________________\hfill Mozart wolfgang