Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2012-09 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=921 A-Sm A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT) last file update: Wed May 11 14:48:11 2022
MARIA ANNA (NANNERL) MOZART AN MARIA ANNA UND WOLFGANG AMADÉ MOZART IN AUGSBURG SALZBURG, 27. OKTOBER 1777 mit Nachschrift von Leopold Mozart
12._____________________________________________________________________vor 29 okt 1777 _______________________________________Meine Liebste Mama__________27 okt. 1777. __________________________________________und bruder. gar keinen brief! da wir uns gehofet zu erfahren, wie das concert ausgefahlen ist. wir hoffen das sie beÿde gesund sind. wir befinden uns gott lob gesund. gestern war das schüssen beÿ uns die mama war bestgeberin. der papa hat es gewohnen. auf das nächste giebt es hr: brix, dessen cassierin ich auch geworden bin, weil mademoiselle salerl, nicht mehr kömt, und er beÿ uns war und mich darum gebetten hat. er läst sich beÿderseits empfehlen, und bedauert sehr deine abwesenheit. hr deibl war beÿ uns um dir zu gratulieren und hat uns gebetten es dir zu schreiben. wie auch Junf: eberlin waberl: die frl: v: schidenhofen ist Jtzt herab gezogen wo ihr bruder war, und er hinauf, ein zeichen das es auf das heirathen Losgehet. meine Liebe mama hat zu mir gesagt ehe sie fortgereist ist, in ihrem grossen kasten in kamerl werde ich eine leinwand finden zu dem Rok futtern dem ich mir abnähen will. und ich finde sie nicht. ist sie eine neue oder alte leinwand? oder vielleicht ein altes leinduch, ich bitte schreibe die mama mir es, wie auch finde ich nicht das baum=wohl garn in schleicherln zu strimpf anstriken. _________________________________________\hfill NB, in Kneilen hat sie glaub ich eins gefund. ein durch Reisender castrat hat sich gestern beÿ Hoff hören lassen, der papa war drinn und hat ihn gehört, er hat ihm aber nicht besonders gefahlen, er hat ein stime ein wenig durch die nase und ein langer mensch ein langs gesicht und niedre stirne. er singt doch weit besser als die Madame duschek, NB: der Erzbischoff hat es gesagt. INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 vielleicht nimt ihn der Erzbischoff auf, weil ihm der signor casseli nicht kömt da er ihm doch 2000 Gulden angetragen hat, aber den carnavall nicht freÿ. sonst weiß ich nichts neues, wir hoffen bald was von ihnen zu hören. a propos vergiß die scheibe nicht. ich küsse der mama die hände und wünsche beÿden gesundheit und das es ihnen möchte gut gehen _______________________________ich bin Monsieur abeè bulinger läst_______________________________\hfill deine aufrichtige schwester sich beÿderseits empfehlen.________________________________________\hfill Marie Anne Mozart. \newpage Niemals ist es nothwendiger zu schreib, als wen man ein Ort zu verlass gedenket, und sollt es auch nur 2 Zeilen seÿn: wir zweifelt heute gar nicht ein Brief zu erhalt. und denoch nichts! seyd ihr fort, so hätte es mein Bruder schreib soll od könn. Ihr seyd doch darine sehr glücklich, weil ihr das schönste Wetter habt. Heute d 27t hab wir den allerschönst warm Tag. des Castratt Nahm weis ich noch nicht. aber ich bemerke |: so wie du mich kenest :| daß ihm Rust in der Geheim geschrieb, daß er es wag sollte auf eine Prob zu kom: den er lobt ihn und giebt ihm all erstaunlichen Vorschub. Er singt ein wenig aus der Nase und einige Töne in Hals, die Stime ist nicht gar stark; wen er nicht viel kostet, ist er gut genug! der Choralist Egger ist gestorb, statt seiner wird wohl Hofstetter als Tenorist zur hl. dreÿfalltigkeit kom. Beÿ and Postämtern müst ihr allzeit ein Zettl lass, damit man die Briefe nachschick kan, sonst sind sie verlohr. dieser ist der 3te Brief den ich an mein Brud einschlüsse. das Briefpaquet so zum Lambwirth addressiert mit den Spart vom Eberlin p: wirst du wohl erhalt hab. wen ihr gesund seyd ist alles recht. Gott erhalte euch! Die liebe Mama hat letzlich gar nichts hineingeschrieb – Ich hoffe die Bewegung d Reise wird ihr Gesund seÿn. hat sie sich in Augsp: mit kein filzschu verseh? Ihre Hosen hat sie auch hier vergess. --Ich bin halt krank gewesen, sonst hätte für 100 Sach gesorgt. Euer wag, sondheitl: die Räd müst ihr fleisig Visitier, und, weils selt regnet, oft nassmach lass. Ein vorräthig Lohner solltet ihr auch hab, den sollte unterweegs einer verlohr werd, so sitzt man im dreck! und dieß kan in einem Augenblick gescheh, den itzt kom schlechte weege. Gehet nur nicht viel in die Nacht hinein; lieber in der Frühe beÿ zeit, und wen ihr es vermeiden kennt, so sagt niemals in den Wirtshäusern, wohin, und wan ihr reiset: INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 manchmal hört es ein schlechter Kerl, und macht Gebrauch davon. Nun will ich schüss, euch millionmahl Kiss, und unter dem ewig Wunsch beÿ euch zu seyn euch aus Herzensgrund versichern daß ich bis in todt bin ___________________________________________________________________________________\hfill Euer alter _____________________________________________________________________________\hfill Man und Vatter __________________________________________________________________________________\hfill Leopold Mozart. Ich muß dir sag, daß die Nanerl im Hauswesen in allem erstaunlich fleisig, arbeitsam und aufmerksam auf alles ist, und sie spielt, so oft sie kan, und accom=pagniert recht gut. täglich abends sind 2 bis 2 12 Stund wenigst unsre übungs=zeit. addio! INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 A Monsieur Monsieur le chevalier Wolfgang Amadé Mozart Maître de Musique à N11 12. INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881