Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG MÜNCHEN, 5. DEZEMBER 1870
____________________________________________________________________________________\hfill Munic ce 5 de Decembre ______Mon trés cher Pére!___________________________________________________________________\hfill 1780. der Todfall der kaÿserin thut meiner Opera im geringsten nichts – den, es ist gar kein theater eingestellt, die Comœdien gehen fort wie sonst – und die ganze trauer wird nicht mehr als 6 Wochen dauern – und die Opera gehet vor dem 20:ten Jener nicht in scena. – itzt bitte ich sie mein schwarzes kleid rechtschaffen aus=bürsten, ausklopfen, und auf das mög=lichste gut her=richten zu lassen, und mir selbes mit dem nächsten Postwagen zu schicken. – den, künftige Woche zieht schon alles die Trauer an – und ich, der bald dort und da hin kömt, muß auch mit Weinen. – – in ihren lezten brief finde ich kein Wort von einem gewissen h: Sieger der mit dem lezten Postwagen nach Salzburg gereiset ist – vielweniger von einem briefe den ich ihm an sie mitgegeben. – ich hatte damals eben den Cathar daß ich 2 täge zuhause geblieben bin – sieger konte geschäfte halber nicht mehr zu mir komen – der brief lag fertig – ich, der nicht im sin hatte auszugehen, war nicht an=gezogen – mithin schickte ich den Brief auf die Post, wo der Wagen ab=fährt, mit einen Billet wo der Name Sieger darauf stund – und wen einer unter den mitreisenden kömt welcher so heist, soll man ihn diesen brief geben. – ich bin also der Meÿnung, daß dieser Man, |: welcher mehr adressen nach Salzbourg hat :| noch vielleicht die gelegenheit nicht gefunden hat zu ihnen zu komen – welches mir aber leid thut, weil ich ihnen in diesen Brief um etwas Pressantes für die opera gebetten haben – nemlich mir eine trompetten Sordine – deren wir in Wien haben machen lassen – und eine nemliche für Waldhorn – welche beÿ den thurnern zu finden sind – zu überschicken – den ich brauche sie zu dem Marche im 2:ten Ackt. – aber bald – dan habe ich auch wegen der ul=tima aria von Raaff geschrieben, daß wir beÿde noch etwas angenehmers, und in Worten süssers zu haben wünschten – das era ist gezwungen – der anfang wäre gut – gelida massa – ist wieder hart. – mit einem Worte, ausgesuchte, oder ungewöhnliche Wörter sind in einer angenehmen aria allzeit unschicklich. – DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 und dan möchte ich daß die aria nur Ruhe und zufriedenheit anzeigte – und hätte sie nur einen theil – wäre es auch recht, Ja mir fast lieber. – dan habe ich auch geschrieben wegen Panzachi – dem Ehrlichen, alten Man muß man doch auch etwas zu guten thun. – dieser möchte nur um etwa ein paar Verse sein Recitativ im 3:ten Ackt verlängert haben. – welches wegen dem Chiaro e scuro und weil er ein guter acteur ist, von guter wirkung seÿn wird. – zum beÿspiell nach der strophe: sei la città del pianto, e questa Reggia quella del Duol. – einen kleinen schimer von Hofnung – und dan! – ich unsiniger! – wohin verleitet mich mein schmerz! – ah Creta tutta io vedo Etc: wegen diesen sachen darf Ja abbate Varesco den ackt nicht wieder frisch abschreiben – das kan man Ja leicht hinein schreiben – dan – hab ich auch geschrieben daß mir – |: und auch andern :| die unterirdische Rede, um das sie Effect macht – zu lange scheint – überlegen sie es – Nun muß ich schliessen, weil ich entsezlich viel zu schreiben habe – Baron Lehrbach habe ich nicht gesehen – weis auch nicht ob er noch hier ist, oder nicht – ich habe nicht Zeit herum zu laufen – ich kan es leicht nicht wissen daß er hier ist – er weis es aber Positiv daß ich hier bin – wäre ich ein Mädchen wär er gewiß schon beÿ mir gewesen – wegen der lieben, Jungen, schönen, geschickten, vernünftigen frl: Louise Lodron ist mir sehr leid daß sie einem solchen Wanst zu theile wird – sie wird wohl vermuthlich den Anfang des zweyten theils von den Menuett  den ich vom Bach gelernt, mit ihm wacker spiellen – den – zu dem Aus=gang wird er wohl nicht viel Nutz seÿn – wenigstens sehr unbequem. – der Peperl Lodron meine Empfehlung, und ich lasse von herzen Condoliren daß ihr ihre schwester den guten bissen weg geschnapt hat. – Nun adieu von hier von allen – – 1000 Compliment – an alle gute freund und freundinen meine Empfehlung. – den augenblick erhalte ihr DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 schreiben von 4:tn decembre das küssen müssen sie sich schon ein wenig angewöhnen – üben sie sich nur unterdessen imer mit der Maresquelle – den – hier werden sie so oft sie zur Dorothea Wendling komen |: wo alles noch halb französisch fuß ist :| Mutter und tochter Embrassirn müssen – aber NB: auf das kinn – damit der schminck nicht Blau wird – Nächstens mehr – Adieu – ich küsse 1000mal ihre hände, und meine schwester umarme ich von herzen, und bin Ewig dero P: S: nicht vergessen wegen meinen schwarzen kleid – ich muß es haben, sonst werde ich aus=gelacht – und das wird man doch nicht gern – ______________________________________________________________\hfill gehorsamster sohn ____________________________________________________________\hfill Wolfg. Amadè Mozart mp DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 \newpage À Monsieur Monsieur Leopold Mozart Maitre de la Chapelle de S: A: R: L'archeveque de et à Salzbourg. 8 da mit dem fassnachtsch da das mf INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881