Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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LEOPOLD MOZART AN WOLFGANG AMADÉ MOZART IN MÜNCHEN SALZBURG, 11. JANUAR 1781
Mon tres cher Fils!__________________________________________\hfill Salzb: d 11 Jener 1781 Das ist ein Comœdie mit des Hofmarschalls Hochzeit! Auf 2 Briefe des alt Arco blieb der general dabeÿ Sie nicht herzugeb: nun aber musste er das Testament des Alten in Betracht nehmen, der ihm damit drohete, daß er ihms wollte entgelt lass; und das würde der aigensinige Steinharte alte auch thun, – ganz gewiß! Nun überlässt es der General dem Gewiss des alt arco, und so bleibt die Hochzeit wied richtig: die freul: Mimi und der gr. Lodron sein vetter, dem das Majorat versproch war, sind in Verzweiflung und verwünsch diese Hayrath, die ganze Noblesse und alle Welt halt sich darüber auf, und der gute Hof=marschall wird unter dem arcoisch Joch einige Jahre früher in die Ewigkeit geh. Künftige woche, dienstag od Mittwoch werd die 2 Barisani nach Münch abgeh; es würde freilich nicht gescheh seÿn, wen Fr: von Robini sie nicht eingelad hätte und sie nicht alda verpflegte: die freul: Tresel sagte es uns heute morgens, da sie beÿ uns war. Sie kön also doch die opera beÿ d Hauptprobe und Montags, folglich 2 mahl hör. – Wir gedencken den 18t am donerstage hier abzugeh und d 19t freÿtags einzutreff. noch habe ich mich aber nicht gemeldet. Montags d 15t hoffe dir das gewisse schreib zu kön. Wen der Erzbischof nach Wien gehet, weis man noch nicht die bestimte zeit, vermuthlich weil er es, wie gewöhnlich, selbst nicht weis. vorgestern ist seine Frau Schwester mit ihrem Gemahl Graf von Trautmanstorf dem Chur=Böhmisch Gesandt wied nach Regenspurg zurückgereiset, folglich auch sein Secretaire h: Anton Mölk mit ihn. Gestern war die Kleidervertheilung nach dem Testament der seel: Gräfin im Pallast vorgenom. der Camerdiener hat alle Wäsche und die meist Kleid des seel: gr: Sigmund bekom. allen im Hause hat sie mit etwas gedacht. der præceptor Bullinger erhielt DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 des gr: Sigerl Wildschur: vielleicht Trägt es mein Rücke nach __________________________________________Geld genug München, – – wen ich nur Gled glnhg hätte, mit meinem Pelz___darf___ich__in_________nicht Plez dmri fcu fn Münch nfcut erschein. – – Heute um 9 uhr sind die acht schön Schwarzscheck nach Wien ab=gegang. 6 war in eine chaise, mit dem Controleur und einem Koch, eingespannt, versteht sich die Schecken nicht die Mensch auch: und 2 wurd nachgeführt, od hinten darein geritt, wie es beliebt. der Cassel geht, wie höre, als CamerPortier mit, und vielleicht lässt er den Ceccarelli und Brunetti nachkom. das mag dem Ceccarelli nicht schmecken, den er sagte mir er wollte unterdess nach Insprugg, und dan nach Venedig reisen. 2 LeibCamerdiener geh mit. 2 lauffer und 2 Hayduck, 2 Köche p: – und von Cavallier niemand als der oberstKüchenmeister gr. Arco. – so ist es itzt, vielleicht morg – und abermahl morg anderst, – den, wen er geht, weis er gewiß selbst noch nicht: – unterdess sehe ich d Sache stillschweigend zu, – und richte mich darnach. Ich erwarte morg mit der Post od vielleicht heute mit dem Postwag von dir ein Brief. weg dem Ofen fiel mir ein, daß es vielleicht nicht nötig seÿn würde ein zu setz. Könte den nicht ein Bett im Zimer steh, wo du geschrieb hast? und 2 sind ohnehin in der alcofe. ich weis freilich den Platz nicht. Man kan nicht alle Bequemlichkeit hab, absondlich auf kurze zeit: und wir werd ohnehin wenig zu hause seÿn. Ich und deine Schwester kön in der alcofe schlaff, und du heraus. Man kan ja doch auch wohn wie Zigeuner und Soldat: das ist uns eb ja nichts neues; sind wir den zu hause? – wen wir nur zu Hause, od in d Nähe etwas zu fressen bekom. – Nun also, mache, wie es seÿn kan. Neues weis ich nichts mehr, und daß wir dich beÿde Küssen ist was altes, eben so, daß ich bin dein redlicher alter Vatter _____________________________________________________________\hfill L Mozart mp INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 Den Fiala hab nicht geseh, – weis also nicht ob er Erlaubniß zu reis itzt erhalt hat. Ich vermuthe d Erzb: wird sag er soll wart, bis er nach Wien gegang, und dan reis. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 À Monsieur Monsieur Wolfgang Amadé Mozart Maître de Musique à Franco Munic DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881