Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2013-9 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1175 A-Sm A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT) last file update: Wed May 11 14:48:15 2022
WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG WIEN, 4. JULI 1781
_______________________________________________________________________________________________________\hfill Vienne ce 4 Jullet ___________Mon trés cher Pére!___________________________________________________________________________________\hfill 1781. An Graf Arko habe nicht geschrieben, und werde auch nicht schreiben, weil sie es zu ihrer Beruhigung also verlangen; – ich hatte mir es schon eingebildet; sie förchten sich zu sehr; und doch haben sie sich gar nicht zu fürchten; den sie – sie sind so gut als ich beleidiget. – ich verlange nicht daß sie einen lärm machen sollen, oder sich im mindesten Beschweren sollen! – allein, der Erzbischof und das ganze ge=sindl müssen sich förchten von dieser sache mit ihnen zu sprechen, den sie, mein vatter, könen ohne mindester furcht |: wen man sie dazu bringt :| freÿ sagen, daß sie sich schämen würden einen sohn auferzogen zu haben, welcher von einen solchen infamen hundsfut wie der arco ist sich so gerade zu schimpfen liesse – und sienten alle versichern, daß, wen ich heute das glück haben würde ihn zu treffen, ihm so begegnen würde, wie er es verdiene, und daß er sich gewis sein lebetag meiner errinern wird; – das ist was ich verlange und sonst nichts; daß ihnen Jederman ansieht daß sie sich nicht zu förchten haben. – stille seÿn; wen es aber nothwendig ist, reden – und so reden daß es geredet ist; der Erzbischof hat unter der hand dem kozeluch 1000 fl: antragen lassen – – dieser hat sich aber bedanken lassen, mit dem zusatz; daß er hier besser stünde, und wen er es nicht verbessern könte, würde er niemalen weg=gehen. zu seinen freunden sagte er aber; – die affaire mit dem Mozart schreckt mich aber am meisten ab – wen er so einen Man von sich lässt, wie würde ers erst mir machen. – Nun sehen sie wie er mich kent und meine talente schätzt! – den verschlag mit den kleidern habe richtig erhalten. wen der M:r Marchal oder der kapitlSindikus nach Wien reiset, so würden sie mir sehr viel vergnügen machen wen sie mir meine favorit uhr schicken wollten; ich wollte ihnen die ihrige zurück schicken, wen sie mir auch die kleine schicken wollten; das wäre mir sehr lieb. – wegen den Messen habe ihnen schon _________________________________________x letzhin geschrieben. – die 3 Casazionen brauchte ich gar nothwendig – wen ich nur unterdessen die ex f und B habe – die ex Dnten sie mir mit ge=_______________________________________Casazionen DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 legenheit abschreiben lassen, und nachschicken, den das Copiaturgeld trägt hier gar zu viel aus; und sie schreiben gar zu unchristlich. Nun muß ich nur noch geschwind vom Marchand schreiben, so viel ich weis; –  der kleinere hat, wen ihn sein vatter beÿ tisch Corrigirt hat, ein Messer genohmen und gesagt; hier sehen sie, Papa; wen sie nur ein wort sagen, so schneid ich mir den finger wurz ab, und da haben sie mich als einen krippel und müssen mir zu fressen geben. – und beÿde haben öfters schlecht von ihren vattern beÿ den leuten gesprochen. sie werden sich wohl der Mad.selle Boudet erinern die im hause ist – Nu die sieht der alte gern. – und da sprachen die 2 Buben infam darvon. – Dieser Henerle als er 8 Jahre alt war sagte er zu einem gewissen Mädchen – in ihren Armen würde ich freÿlich besser schlafen, als wen ich wach werde, und habe dafür das kopfkiss. – er machte ihr auch eine förmliche liebes erklärung und heÿrathsantrage mit dem beÿsatz; itzt kan ich sie freÿlich nicht heÿrathen, aber wen mein vatter tod seÿn wird, da bekome ich geld, den er ist nicht leer, und da wollen wir recht gut zusam leben. unterdessen wollen wir uns lieben, und ganz unsere liebe ge=nüssen; den, was sie mir izt erlauben, därfen sie mir hernach nicht erlauben. – ich weis auch daß in Manheim kein Mensch mehr seine buben hingelassen hat, wo des Marchands seine warn – den sie sind erwischt worden wie sie sich selbst aneinander – – – geholfen haben. übrigens ist es sehr schade um den Burschen – und sie mein Vatter glaube ich werden ihn ganz umwenden könen. den – der vatter und Mutter Comœ=diant – den ganzen tag hören sie nichts als von liebe, verzweiflung, Mord und tot reden, und laut lesen; der vatter ist dan auch für sein alter ein wenig zu schwach – mithin ist kein gutes Exempl da. INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 Nun muß ich aber schliessen sonst kömt der brief zu spätt zum Peisser. leben sie recht wohl, ich küsse ihnen 1000mal die hände und bin Ewig dero P: S: meine Empfehlung an alle gute freunde, und freundinen. schreiben sie mir doch einmal die geschichte wegen der haube von meiner schwester.____________________________\hfill gehorsamster Sohn sie meldeten einmal etwas davon_____________________________\hfill Wolfgang Amadè Mozart mp in einem Briefe. Adieu. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 No: 22 À Monsieur Monsieur Leopold Mozart maitre de chapelle à Salzbourg INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881