Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
The Packard Humanities Institute
Los Altos
California, USA
Morgenstern
Anja
text encoding, text editing
Kelnreiter
Franz
technical supervisor, data modelling
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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2013-12
CC BY-NC-SA 4.0
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A-Sm
A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)
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WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG
WIEN, 3. NOVEMBER 1781
______________________________________________________________________________________\hfill Vienne ce 3 de 9:bre
Mon trés cher Pére!__________________________________________________________________________\hfill 1781
Ich bitte um verzeihung daß ich vergangenen Postag nicht den Empfang der
cadenzen, wofür ich ihnen gehorsamst danke, berichtet habe. – es war aber
eben mein Namens=tag – in der frühe verichtete ich also meine Andacht,
und – da ich eben schreiben wollte, so kamen mir eine menge Gratu=lanten auf dem halse – um 12 uhr fuhr ich in die leopold=stadt
zur Barone Waldstädten – alwo ich meinen Namenstag zugebracht habe.
auf die Nacht um 11 uhr bekam ich eine NachtMusick von 2 clarinetten,
2 Horn, und 2 Fagott – und zwar von meiner eigenen kompo=sition. – diese Musick hatte ich auf den theresia tag – für
die schwester der fr: v: Hickl, oder schwägerin des h: v: Hickel
|: Hofmaler :| gemacht; alwo sie auch wirklich das erstemal ist
producirt worden. – die 6 Herrn die solche exequiren sind arme
schlucker, die aber ganz Hüpsch zusamen blasen; besonders der
erste clarinettist und die 2 Waldhornisten. – die haubtursache
aber warum ich sie gemacht, war, um dem h: v: strack
|: welcher täglich dahin kömt :| etwas von mir hören zu lassen.
und deswegen habe ich sie auch ein wenig vernünftig geschrieben.
– sie hat auch allen beÿfall erhalten. – Man hat sie in der
theresia nacht an dreÿerleÿ örter gemacht. – den wie sie wo
damit fertig waren, so hat man sie wieder wo anders hinge=führt und bezahlt. – die Herrn also haben sich die haus=thüre öfnen lassen, und nachdem sie sich mitten im Hof
DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM
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rangirt, mich, da ich mich eben entkleiden wollte, mit dem Ersten E B
accord auf die angenehmste art von der Welt überrascht.
die 2:te clavier parthie werde ich in die cadenzen hineinschreiben, und
sie also wieder zurückschicken. –
es wäre wohl gut wen izt meine opera fertig wäre; den umlauf
kan seine izt nicht geben, weil die Mad:me Weiss und die Mad:selle schindler
krank sind. – izt muß ich gleich zum Stephani gehen, weil
er endlich gesagt hat, daß etwas fertig seÿe. –
Neues weis ich ihnen gar nichts zu schreiben – den, kleinigkeiten
könen sie nicht interessiren, und sachen von belang – werden
sie schon so gut wissen als wir Wiener. – das Nun
ein Dauphin existirt – ist zwar auch – wenigstens der=malen eine kleinigkeit – bis eine grosheit daraus wird.
– Nur um dem Duc d'artois nicht allein die Ehre eines Bon
Mot zu lassen, habe ich dieses hergeschrieben, den er sagte ein=mal zur königin als sie sich in ihrer schwangerschaft beklagte,
daß ihr der Dauphin sehr vielle ungelegenheit mache; il
me done des grands Coups de pied au ventre – auf welches
er dan sagte. – o Madame, laisséz le venir dehors, qu'il
me donera des grands coups de pied au cul. –
Nun waren den tag als die Nachricht kam, alle theater,
und schauplätze freÿ. – und izt – schlägt es dreÿ – mithin
muß ich zum Stephani eilen, sonst treff ich ihn nicht mehr
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an – dan kann ich wieder warten. – ich hoffe sie werden sich
alle tage besser befinden, wie auch meine liebe schwester, die
ich vom ganzen herzen umarme. – leben sie wohl; ich küsse
ihnen 1000mal die hände und bin Ewig dero
______________________________________________________________\hfill gehorsamster Sohn
______________________________________________________________\hfill W: A: Mozart mp
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N. 37
À
Monsieur
Monsieur Leopold Mozart
maitre de la Chapelle de S: A: R:
l'archeveque de et à
Salzbourg
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