Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2013-12 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1206 A-Sm A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT) last file update: Wed May 11 14:48:16 2022
WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG WIEN, 10. NOVEMBER 1781
________________________________________________________________________________\hfill Viene ce 10 de 9bre _____Mon trés cher Pére!___________________________________________________________________\hfill 1781 Ich sage ihnen Tausend dank für ihren glückwunsch zu meinem Namenstag; – und mache ihnen entgegen den Meinigen auf dem Leopolditag; – liebster, Bester vater! – ich Wünsche ihnen alles erdenkliche gute, was nur imer zu wünschen ist. – doch nein, ihnen wünsche ich nichts, sondern alles mir. – Ich wünsche also mir daß sie imerzu gesund bleiben möchten, und noch unzäh=lige Jahre zu meinem glück und grösten vergnügen leben sollen. – wünsche mir daß dies alles was ich thue und unter=nehme nach ihrem wunsch und vergnügen seÿn möchte – oder vielmehr daß ich nichts thun möchte – was nicht – zu ihrer grösten freüde ausschlagen sollte. – und ich hoffe es auch so – den was zu ihres sohnes glück beÿtragen kan – muß ihnen Ja natürlicherweise auch angenehm seÿn! – der h: v: Auerhamer, die gnädige frau und die 2 freullein, |: beÿ den ich eben schreibe :| machen auch ihren glückswunsch. Ich habe lezthin in der komödie mit den Geschwendtner gesprochen, welcher mir gesagt hat, daß die fr: spätin gestorben seÿe. Morgen hoffe ich vielleicht durch einen brief von ihnen die gewisheit oder ungewisheit dieser Nachricht zu vernehmen. heute erwartet man den herzog v: Würtenberg und deswegen ist Morgen Redoute. – den 25:t soll zu schönbrun eine freÿ Redoute seÿn. – Man ist aber diesfals in einen sehr DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 grossen Embaras; den nach der allgemeinen sage soll der Gros=fürst nur 10 täge hier bleiben, und Catharine |: weswegen der ball ist, :| fällt nach dem griechischen kalender den 6:tn Decembre – also – weis man noch nicht was geschehen wird. noch ein komisches stück. – den Acteuren ist vom kaÿser aus gesagt worden, daß sich Jeder eine Rolle aus=suchen soll, um sich vor dem Grosfürsten damit zu produciren. – Lang hat sich also den Hamlet ausgebeten. – gr: Rosen=berg aber der den lang nicht mag, hat gesagt, das köne nicht seÿn, weil diese Rolle der Brockman die ganze zeit her gespiellt habe. – als nun dieses dem Brockman gesagt worden, so ist er zum Rosenberg gegangen, und hat ihm gesagt, daß er sie auch nicht spiellen köne, und daß die ganze Comœdie nicht aufgeführt werden köne – und warum? – weil der grosfürst selbst der Hamlet wäre. – der kaÿser |: sagt man – sagt man – sagt man – :| habe deswegen dem Brockman 50 ducaten geschickt. – Nun weis ich nichts neues mehr – ich sage ihnen noch tausendmal dank, und Erneure meine Wünsche, und meiner schwester werde ich nächstens selbst schreiben. ich küsse ihn 1000mal die hände und meine liebe schwester umarme ich von herzen und bin Ewig ______________________________________________________\hfill dero gehorsamste Sohn ___________________________________________________________\hfill W: A: Mozart mp INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 P: S: Meine Danksagung und Empfehl an alle gratulanten apropos. ist es wahr daß der Churfürst von Baÿern auf den Tod seÿe? – Adieu. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 À Monsieur Monsieur Leopold Mozart maitre de la Chapelle de S: A: R: l'archeveque de et à Salzbourg N. 38 donerwetter d 13tNov INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881