Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
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Los Altos
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Morgenstern
Anja
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Kelnreiter
Franz
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Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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A-Sm
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WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG
WIEN, 16. JANUAR 1782
127_______________________________________________________________________________\hfill vienne ce 16 de Janvier
______Mon trés cher Pére!__________________________________________________________________________\hfill 1782
Ich danke ihnen für ihren wohlmeinenden, liebreichen Brief! – wen ich
ihnen auf alles, ausführliche Antwort geben wollte, müsste ich ein ganzes
Buch Papier voll schreiben. – weil nun das ohnmöglich ist, so will ich
nur das Nothwendigste Beantworten. der vormund heißt; h: v: thorwarth
– ist inspector über die theater=quarderobbe – mit einem Wort, durch
ihn muß alles gehen was nur auf das theater einfluß hat. – durch
ihn sind mir auch die 50 dugaten vom kaÿser geschickt worden. –
mit ihm habe ich auch wegen der accademie im theater gesprochen,
weil das meiste auf ihn ankömt, – und er sehr viel beÿm graf
Rosenberg und Baron kienmaÿr gilt. – ich muß ihnen gestehen,
daß ich mir selbst gedacht habe, er wird ihnen, ohne mir ein Wort
davon zu sagen, die ganze sache entdecken; – und daß er dieses
nicht gethan, sondern es |: ohngeacht seines EhrenWorts :| der ganzen
Stadt Wien kund gemacht, hat mir von der guten Meÿnung die
ich von ihm gehabt vieles genomen. – daß die Mad:me Weber und
h: v: thorwarth aus zu vieller sicherheit für sich selbst gefehlt haben
mögen, will ich ihnen gerne zulassen, obwohlen die Madame nicht mehr
ihre eigene frau ist, und sich, besonders in dergleichen sachen, ganz dem
vormund überlassen muß; und dieser |: da er mich niemalen
gekant :| mir wahrhaftig kein zutrauen schuldig ist – doch – war
er in der forderung einer schriftlichen verpflichtung zu über=eilt – das ist unwiedersprechlich; – besonders da ich ihm sagte,
daß sie noch gar nichts davon wüssten, und ich es ihnen nun
ohnmöglich entdecken könte; – er möchte also nur noch eine
kurze zeit damit gedult haben, bis meine umstände eine
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andere Wendung bekämen, dan wollte ich ihnen alles schreiben,
und sodan würde die ganze sache in ordnung gehen. – allein – nun,
es ist vorbeÿ; – und die liebe muß mich entschuldigen; – h: v:
thorwarth hat aber gefehlt; – doch nicht so sehr, daß er und Mad:me
Weber in Eÿsen geschlagen Gassen kehren, und am halse eine
Tafel tragen sollten, mit den Worten; verführer der Jugend.
das ist auch übertrieben. – wen das wahr wäre was sie da ge=schrieben, daß man mir zur liebe thür und thor erröfnet, mir
alle freÿheit im hause gelassen, mir alle gelegenheit dazu
gegeben p: p: so wäre die straffe doch auch noch zu auf=fallend.
– daß es nicht so ist, brauch ich nicht erst zu sagen; – mir
thut die vermuthung weh genug daß sie glauben könen,
daß ihr Sohn so ein hauß frequentiren könte, wo es also
zugeht. – Nur so viel muß ich ihnen sagen, daß sie Just das
gegentheil davon glauben därfen. – genug davon; –
Nun vom Clementi. – dieser ist ein braver Cembalist. –
dan ist auch alles gesagt. – er hat sehr viele fertigkeit
in der rechten hand. – seine hauptPasagen sind die
Terzen. – übrigens hat er um keinen kreutzer geschmack
noch empfindung. – ein blosser Mechanicus.
der kaÿser that |: nach dem wir uns genug Complimenten
machten :| den aus=spruch, daß Er zu spiellen anfangen
sollte. La santa chiesa Catholica sagte er. weil Clementi
ein Römer ist. – er præludirte, und spiellte eine Sonate
– dan sagte der kaÿser zu mir allons drauf los. – ich præ=ludirte auch und spiellte variazionen. – dan gab die Gros=fürstin Sonaten von Paesello her |: Miserable von seiner
hand geschrieben :| daraus musste ich die allegro und er die
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Andante und Rondò spiellen. – dan namen wir ein thema
daraus, und führten es auf 2 Piano forte aus. – Merkwürdig
ist dabeÿ, daß ich für mich das Piano forte der gräfin thun gelehnt,
und aber nur |: als ich allein gespiellt :| darauf gespiellt habe. –
weil es der kaÿser also gewollt. – und Nb: das andere war
verstimt und 3 Tasten blieben stecken. – es thut nichts, sagte der
kaÿser; – ich neme es so, und zwar auf der besten Seite, daß
der kaÿser Meine kunst und Wissenschaft in der Musick schon
kent, und nur den fremden recht hat verkosten wollen. –
übrigens weis ich von sehr guter hand, daß er recht zufrieden war.
der kaÿser war sehr gnädig gegen mich, und hat vieles
heimlich mit mir gesprochen. – hat auch von meiner heÿrath
mit mir gesprochen. – wer weis – vielleicht –
was glauben sie? – versuchen kan man es imer. –
mit Nächstem mehr. – leben sie wohl. ich küsse ihnen 1000mal
die hände, und meine liebe schwester umarme ich von
ganzen herzen und bin Ewig dero
________________________________________________\hfill gehorsamster Sohn
________________________________________________\hfill W: A: Mozart mp
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À
Monsieur
Monsieur Leopold Mozart
maitre de la Chapelle de et à
Salzbourg.
N: 46.
16t Jenner 1782.
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