Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG WIEN, 10. APRIL 1782
____________________________________________________________________________________\hfill Viene ce 10 d'avril Mon trés cher Pére!_________________________________________________________________________\hfill 1782 Aus ihrem brief vom 2:tn dieses habe ersehen, daß sie alles richtig er=halten haben; mich freuet es daß sie mit den uhrbändln und der dose, und meine schwester mit den 2 Hauben, so zufrieden sind. – Ich habe weder die dose noch die uhrbändl gekauft, sondern beÿdes vom graf Zapara zum geschenk erhalten. – Meiner lieben kon=stanze habe ihr beÿderseitiges kompliment entrichtet. – sie küsst ihnen die hände davor mein vatter, und meine schwester um=armt sie von herzen, mit dem Wunsche daß sie ihre freun=din seÿn möchte. – sie war ganz in ihrem vergnügen als ich ihr sagte daß sie mit den 2 Hauben so zufrieden seÿe, den das war ihr Wunsch. – der apendix ihre Mutter betreffend ist nur in so weit gegründet, daß sie gerne trinkt, und zwar mehr – – als eine frau trinken sollte. doch – besoffen habe ich sie noch nicht gesehen, das müsste ich lügen. – die kinder trinken nichts als wasser – und obschon die Mutter sie fast zum Wein zwingen will, so kan sie es doch nicht dazu bringen. da giebt es öfters den grösten Streitt deswegen – könte man sich wohl so einen Streitt von einer Muter vorstellen? – was sie schreiben wegen dem gerede daß ich ganz sicher zum kaÿser in dienste komen würde, ist die ursache daß ich ihnen nichts DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 davon geschrieben, weil – ich selbst kein Wort davon weis. – daß auch hier die ganze Stadt davon voll ist, und mir schon eine menge leute dazu gratulirt haben, ist sicher. – und daß beÿm kaÿser auch davon ist gesprochen worden, und er es vieleicht im sin hat, will ich ganz gerne glauben; – aber bis dato weis ich kein Wort. – so weit ist es gekomen, daß es der kaÿser im sin hat, und daß – ohne daß ich deswegen einen schritt gethan habe. – ich bin etwelchemal zum h: v: Strack |: welcher gewis mein recht guter freünd ist :| gegangen, um mich sehen zu lassen, und weil ich gerne mit ihm umgehe, aber nicht oft, um ihm nicht beschwerlich zu fallen, und keine gelegenheit zu geben, als hätte ich absichten dabeÿ. – und wen er als ein Ehrlicher Man reden will – so muß er sagen daß er nicht ein Wort von mir gehört habe, welches ihm hätte anlaß geben könen nur zu denken, daß ich hier bleibn möchte, geschweige erst zum kaÿser zu komen. wir sprachen nichts als von Musique. – aus eigenem triebe also, und ganz ohn' all' interesse redet er so vortheilhaft von mir beÿm kaÿser. – ist es so weit ohne mein zuthun gekomen so kan es auch so zum schluß komen. – den rührt man sich, so bekömt man gleich weniger besoldung, der kaÿser ist ohnehin ein knicker. – wen mich der kayser haben will, so DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 soll er mich bezahlen – den die Ehre allein, beÿm kaÿser zu seÿn, ist mir nicht hinlänglich. – wen mir der kaÿser 1000 fl giebt, und ein graf aber 2000. – so mache ich dem kaÿser mein kom=pliment und gehe zum grafen. – versteht sich auf sicher. – apropòs; ich wollte sie gebeten haben, daß wen sie mir das Ron=deau zurück schicken, sie mir auch möchten die 6 fugen vom händel, und die toccaten und fugen vom Eberlin schicken. – ich gehe alle Sontage um 12 uhr zum Baron van Suiten und da wird nichts gespiellt als Händl und Bach. – ich mach mir eben eine Collection von den Bachischen fugen. – so wohl sebastian als Emanuel und friedeman Bach. – Dann auch von den händlischen. und da gehen mir nur diese [... (Textverlust)] ab. – und da möchte ich dem Baron die Eber=linisch[en au]ch hören lassen. – sie werden wohl schon wissen daß der Engländer Bach gestorben ist? – schade für die Musikalische Welt! – Nun leben sie wohl; ich küsse 1000mal ihre hände, und meine liebe schwester umarme ich von ganzen herzen und bin Ewig dero P. S: ich wollte auch bitten mir nach gelegenheit |: doch wie eher wie besser :| mein Concert für die gräfin litsow zu schicken. ex C._____________________________\hfill gehorsamster Sohn ____________________________________________________________________________________\hfill W: A: Mozart mp DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 À Monsieur Monsieur Leopold Mozart maitre de la Chapelle de S: A: R: l'archeveque de et à Salzbourg. 4 10t April____1782. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881