Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg Austria
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2014-5 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1267 A-Sm A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT) last file update: Wed May 11 14:48:17 2022
WOLFGANG AMADÉ MOZART AN LEOPOLD MOZART IN SALZBURG WIEN, 5. OKTOBER 1782
142______________________________________________________________________________________\hfill viene ce 5 d'october Mon trés cher Pére!___________________________________________________________________________________\hfill 1782 Ich kan auch nichts als die hauptsache beantworten, weil ich erst diesen augen=blück ihren brief erhalten, woraus ich leider das gegentheil, von dem was ich vermuthen konte, ersehen musste; – ich war selbst beÿ h: Baron v: Ried=Esel, welcher ein charmanter Man ist, und versprach ihm |: voll vertrauen daß die opera schon beÿm abschreiben seÿn wird :| sie ihm zu ende dieses Monaths oder längstens zu anfangs novembers zu liefern. – Ich bitte sie also zu sorgen daß ich sie bis dahin haben kan. – um ihnen aber alle Sorge und bedenklichkeit zu nehmen, die ich mit dankbaresten herzen als einen Beweis ihrer vätterlichen liebe verehre, so kan ich ihnen nichts überzeigenders sagen, als daß ich dem h: Baron recht sehr verbunden bin, daß er die opera von mir und nicht vom Co=pisten begehrt hat, von welchen er sie alle Stunde um baares Geld hätte haben könen; – und überdies wäre es mir sehr leid, wen mein talent mit einmal bezahlt werden könte – besonders mit hundert duckaten! – Ich werde dermalen |: nur weil es nicht nöthig ist, :| niemanden nichts sagen – wird sie, wie ganz zuverlässig |: und welches mir auch das liebste dabeÿ ist :| aufgeführt, so wird man es ganz sicher erfahren; mich aber deswegen meine feinde nicht auslachen, mich nicht als einen schlechten kerl behandeln, und mir nur gar zu gern eine opera zu schreiben geben, wen ich nur will! – welches leztere ich aber schwerlich wollen werde; – den, – ich werde eine opera schreiben, aber nicht um mit hundert duckaten zuzusehen wie das theater in 14 tägen dadurch viermal so viel gewint; – sondernd ich werde meine opera auf meine unkösten auführen – in dreÿ vorstellungen wenigstens 1200 fl: machen – und dan kan sie die Direction um 50 duckaten haben; wo nicht; so bin ich bezahlt, und kan sie überall anbringen. – übrigens hoffe ich werden sie noch niemalen einige DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 spur von Neugung zu einer schlechten handlung beÿ mir bemerkt haben; man muß keinen schlechten kerl machen! – aber auch keinen dumen, der andern leuten von seiner arbeit, die ihm studium und Mühe genug gekost hat, den Nutzen ziehen lässt, und allen fernern anspruch darauf aufgiebt. – Gestern ist der Grosfürst angekomen; – Nun ist schon der vor=nehme Clavier=meister für die Prinzessin benent; – Ich darf ihnen nur seine besoldung nenen, so werden sie auch leicht daraus die Stärke des Meisters schliessennen; – 400 baare gulden. – er heist Sumerer. – wen es mich ver=drüssennte, so würde ich das möglichste thun um es mir nicht merken zu lassen, so aber darf ich mich gott lob und dank nicht verstellen, weil – mich nur das gegentheil verdrüssen könte, und ich – Natürlicher weise eine abschläglige antwort hätte geben müssen, welches imer unangenehm ist, wen man sich in dem trauerigen falle befindet, sie einem grossen Herrn thun zu \newpage müssen. – Ich bitte sie noch einmal um die möglichste Eilfertigkeit wegen der Copiatur meiner opera; und ihnen 1000mal die hand küssend bin ich Ewig dero ____________________________________________________\hfill gehorsamster Sohn _____________________________________________________\hfill W: A: Mozart mp DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 143. ein liebes Weib küsst ihnen die hände, und wir beÿde umarmen unsere liebe schwester vom ganzen herzen. das kreuz welches meine schwester von der Bar:ne Waldstätten bekomen, haben wir den tag vorher, ehe sie es ihr schickte, gesehen. – ich habe heute mit dem Postwagen 5 bücher 12 linirtes Papier abgeschickt. – ob und wan die Baronin auf das Land geht, wissen wir und vieleicht auch sie selbst noch nicht; so bald ich es aber wissen werde, so werde ich es ihnen sogleich schreiben. – Adieu. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 À Monsieur Monsieur Leopold de Mozart maitre de la Chapelle de S: A: R: l'archeveque de et à Salzbourg. 5t 8ber1782. INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881