Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
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Los Altos
California, USA
Morgenstern
Anja
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Kelnreiter
Franz
technical supervisor, data modelling
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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A-Sm
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LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA VON BERCHTOLD ZU SONNENBURG IN ST. GILGEN
SALZBURG, 4. UND 5. JANUAR 1786
__________________________________________________________________\hfill Salzb d 4t Jener
________________________________________________________________________________________\hfill 1786
Der Both überfiel mich, wo am wenigst darauf dachte. Schreibe also
so viel ich kan, – und lasse die Briefe nach Münch auf ein and Posttag.
danke euch für das überschickte. Eben stand ich itzt beÿm Leopoldl
da er auf seinem schön kacherl sass, und gab ihm aus dem dutten
neb beÿ zu drink, damits leichter durchgienge. Er befindet sich,
Gott lob, recht wohl auf, ob er gleich vom Arch noch nicht ganz ledig
ist. ich wünschte, und so iedman, daß ihr ihn seh möchtet, ihr wurdet
vor Freud wein. – die Fr: Haselbergerin war weg einem
abortu u stark Blutgang nahe am Tode; befindet sich nun aber
besser, – und muß absolute gut werd, weil künftig Montag
sein Bruder kom u beÿ ihn seine Hochzeit halt wird. Gestern abends
ließ sich die Freul: von Robini augenblicklich verseh, weil sie ohngefehr
sehr schlecht wurde, da ihr brud den näml: morg nach Münch abgereiset
ist. Sie hat sich wied erhollt. – Gestern erhielt ein briefch vom
Schmid aus Ottobeÿrn auf d Reise; folgl: wird er morg
mit dem Postwag kom, – d brief war vom 30t Dec: –
h: v D'Jppold giebt mir alle Bothtäge seine Compt: euch zu
zu schreib auf. Nun kome auf die merkwürdigst Neuigkeit.
Der Erzb: hat d ganz Statt mit solch Vergnüg gemacht.
am Neujahrsabend kam h: Hutterer von seinem arrest
entlass nach Hause: ist advocat, wie vorhero.
auch d Profoss wurde entlass, den ein Tag vorhero eine
Unbässlichkeit angestoss, wie ein Schlagflus.
Quarde Lieutenat, ist garde Hauptman, h: v Sauter
mit 300 f Zulage Criminalist geword.
H: v Enk, – und h: v Lürzer, zween junge Leute,
sind Kamerräthe geword.
Da nun B: Rheling generalEinehmer ist, so hat h:
Zahlmeister, als dess Controlor 10 f monatl: addition
und den RathsTitl erhalt. – Der PflegersSohn
vom Hellbrun v Kofler ist auf eine Stelle als Secretaire
gekom, damit er zu leb hat.
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Der dike Plumpfsak HofCamerath Amand hat eine starke Zu=lage von 150 od 200 f bekom mit einem lang fledwisch,
daß er mehr Sorge für die Erziehung seiner Kinder hab solle.
überdas hab noch ein paar ande von Stell einige addition
bekom, die ich nicht weis. – h: Zahlmeister hat also ein
Schritt näher zu einer geschickt Haÿrath. –
was die Östereicher von unserm Landl sag, – da hab sie
vollkom recht. Wen d Kayser Baÿern bekomt, so kön
wir nichts anders thun, da wir in d Mitte sind, als dasjenige,
was Brixen u Trient thun musste: näml: eine Kaÿs: Mauth
Cumulative mit Salzb: und ein incolat erricht, wodurch
wir freyes Comerci durch alle Erbländ erhalt. das Geld
wird Wiener Current, das versteht sich. – und werd wir
mit d Zeit ganz östereichisch, so sind wir desto glücklicher.
wer kan wid die Lage eines Landes? – – kön wir wider
die Vorsehung Gottes, und die Länder u Reichsveränderung
uns sträuben? – – Brixen u Trient befind sich ganz gut
dabeÿ, weil allerseits das Comerci off ist; das weis ich
positive von Leut aus Brixen u Trient. In dem Baÿrisch
Inviertl, was d Kayser bekom hat, hab die Beamte nicht ein
Kreutzer verlohr. Rechtschaffne Beamte sind geschätzt, und
wer sich in die neue Regierung thätig zu fügen weis, der
macht sein Glück; auch sind die Salzb: Besoldung nicht so hoch,
und übertrieb, daß d Kayser etwas nehm, sond weg dem Geld=unterscheid eher etwas beÿleg würde, so, wie ja auch die
vormalig Baÿer: Beamt beÿ Ehren u Gehalt gelass worden.
dermahl bleibt das Vertauschungsgeschäft aufgeschob, bis gewisse
Fragen auf dem Reichstag zu Regenspurg dieses Frühejahr
und Somer aus einand gesetzt werd. wer glaubt, daß der
Kayser den Gedank d Vertauschung Bayerns aufgiebt, der irret
sich sehr. das geschieht einmahl gewis über kurz od lang, und
zwar, nach Umständ, eher als mans glaubt, Preussen mag
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schreib u sag was es will, es komt am Ende nur auf das ja wort
des Herzogs von Zweÿbrück an: – und werd die 3 mächtig Po=tenzen, d Kayser, – Russland u Frankreich kein Mittel
erfind kön, denselb durch ein augenscheinliches thätiges grosses
interesse auf ihre Seite zum jawort zu zieh? – – das ist zum
lachen. – dermahl wird man nur das Röm: Reich zu beruhig
und das Preusische Bündniss zu zerstör such; – dan wirds
bald anders ausseh. Unterdess woll wir ruhig schlaff. –
NB hat d Both euch nicht gesagt, daß ihr den Salzstock sollt
abholl lass? – ich gabs ihm mündlich auf. Schicke also
iemand, der ihn abhohlt; es wäre gut, wen ein grosser Sack
dazu mitkomete.
Hier schicke 1 Concert. das adagio ist ein Romance, das
Tempo wird in d geschwindig- keit genom, so geschwind
man den Lermen mit den Geschwind Treÿerl heraus=bring kan, die gleich auf d 3t Seite des Romance vorkom,
und recht müss exerciert werd, damit das Thema nicht
zu matt komt. Eben so muß man das erste Allegro
nach den geschwind Passag im Tempo nehm.
wen ich das ande Concert hinausschike, kanst mir dieses wied
herein schick, damit die Ziffern darauf schreib kan.
Sobald ich alle die Briefe von Münch beantwortet habe,
werde solche zum les hinaus schick.
_______________________________________________________________\hfill den 5t Morgens
Hier sind die Schnall pr. 10 Xr
Saiff sind schon 11 ℔ bereit. itzt kost sie aber 12 Xr
kerz 13 ℔. – die kerz 13 Xr, da schon alles
aufgeschlag hat. – ich habs schon im Haus.
der Hubernanerl hab nur 12 Xr für die Seid geb müss,
u da sie für die Arbeit nichts nehm wollte, so gab ich
ihr noch 4 Xr dazu, folglich in all 16 Xr. – habe ich es
den nicht so geschrieb? – ich werde es schon für die
Schnall u was vor komt abrechn abrechn, da du
mir um 16 X zu viel, näml: 32 X geschickt hast.
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itzt war beÿm Leopoldl, – er ist lustig u wohl auf,
isst, scheist, u pruntzt fürs Vatterland, und empfehlt
sich samt d Nandl u Tresel.
d Stangl bassist ist nur auf 8 Monat engagiert,
itzt steht d both da, muß schlüss. küsse euch
beÿde von Herz u bin d alte redliche Vatter
_______________________________________________\hfill Mozart mp
weg einer Köchin weis noch nichts gewisses,
mit dem nächst Both kan etwas schreib, ihr müsst
aber auch nicht unterlass Nachfrag zu halt, den ich
kan nicht gut steh, ob die, von d gesproch wird,
tauglich ist, sie war beÿm alt h: Weiser, od obs
geh wird, – od obs recht im Stand ist.
_____________________________________mein herr.
________________________________________in mein
1 f 40
1 f 40
_____50
4 f 10
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