Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA VON BERCHTOLD ZU SONNENBURG IN ST. GILGEN SALZBURG, 17. BIS 19. AUGUST 1786
_______________________________________________________________________\hfill Salzb: d 17t aug: ___________________________________________________________________________________________\hfill 1786 Ich muß es beken, es fiel mir doch sehr auf, daß h: Zahlmeister mir gar nicht ein Wort von seiner Haÿrat sagte, da ich nun weis, daß es in der Statt schon seit 3 woch einiger massen bekannt war, niemand aber mir darüber sprach, weil man wusste, daß d h: Sohn ihm den Fingerzeig dahin gegeb, folglich ich es ohnehin besser und eher wissen musste. Erst itzt Sontags den 13t kam wir in d Hl: DreÿfaltigkeitsKürche zusam: wir sprach, wie gewöhnlich zusam, und vielleicht hätte er noch davon geschwieg, wen ich nicht den Anfang gemacht u ihm gesagt hätte, daß er ganz wohl gethan habe, die Sache bis zur Erlaubniß des Fürst stille zu halt, ich müsste aber bedauer, daß diese Vorsorge ohnnütz ware, da h: von Luidl solches vom Ursprung d Sache an im Barisanisch Hause erzehlt hätte, und daß es nur auf die Antwort des Fürst ankäme. – Nun sagt er mir die Erlaubniß wäre bereits erfolgt. Ich äuserte ihm meine Meinung, wie er es angefang, – und so war es auch: Er sprach von d Sache mit dem h: Brud des Haslberger, d damals weg seiner Hochzeit hier war; dieser beschrieb ihm den Karackter d Erlachisch Töchter p: p: und machte ihm Hofnung. Er schrieb nach der Hand 2 Briefe an den Vatter, blieb aber ohne Antwort, da hinach beÿ der wassergüsse, da ich beÿ euch war, d Wienerpostwag nach Tyroll nicht weiter geh sond wied nach Wien zurückkehr musste, so entschlos er sich nach Vöckl=bruck zu fahr um sich selbst in Gmundt zu zeig. Er wurde sehr freundschaftlich empfang und alles in Zeit einer halb Stunde richtig gemacht. aber welche nimt er? – – nicht die grössere und hipschere, – Nein! sond die Babette. Schon nach d vorherge=gangen Beschreibung des Haselbergers muß er, wie bemerkt, vorläuftig seine Überlegung gemacht hab, das er auch, wie er mir gesagt hat, so gefund habe; – daß näml: diese für ihn, als ein Wittwer, und für seine Kind sich besser schick möchte, weil sie vielleicht weniger witzig thun will, und auch vielleicht DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 weniger Hang zur ohnnötig überflüssig galanterie od Eÿtelkeit hat. – das, glaube bemerkt zu hab, d h: Sohn wird diese Mädlen besser ken. – Unterdess gab er mir seine Empfehl: beydseits auf, u lässt dem h: Sohn für sein gut Rath dank, bis er sein Dank beÿ dero Hieherkunft mündlich selbst abstatt kan. Den 18t aug: Obwohl das Wasser imer groß war, so hatt wir denoch, seit der Zeit, als ich beÿ euch war, 2 ziemlich grosse wasser, wo die Salza in die Statt drang, aber gestern abend merkte man, daß es aber=mahl etwas abgeb möchte und in d that man hatte nicht vergebens überal u sondhtl: die ganze Nacht auf d Brügge alle nötige Anstalt gemacht; heut frühe war die Salza aller Ort in d Statt und ist den ganz Tag hindurch durch die erstaunlichst Regengüsse imer angewachs, daß beÿ uns die Wache nicht mehr im Wachthaus seÿn kan, sond im Ballhaus zu Ebenfus sich einquartiert hat. wir hoff, da es heut geg Abend nicht mehr regnet, daß das Wasser fallen wird. das ist also die dritte Überschwemung, seit der Zeit ich zu St: Gilg war, in allem die Vierte mit d grossen; aber auch die grösste unter den and dreÿen: und Regen, – und imer Regen, die vorig Täge kalt; itzt aber mehr nass und warm und gewiss duftig. Der Both brachte mir die Fische, für die ich euch danke. Das Pianoforte für den Landshauptman nach Lintz ist fertig und recht schön und gut. Es wird aber noch steh bleib, damit es sich auszieht, und d Heinrich wird beÿ der Ankunft des Erzbischof ein Concert vorhero darauf spiel. auch sind noch beÿ 5 der Discant Tön keine gut proportionierten Seit darauf, weil er die recht nicht mehr hat und imer darauf wartet. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 sobald er die verschrieben Seit bekomt, wird er euch die ganze Beziehung schicken. Nun werd 2 ande gemacht, für den Gr: Wolfegg u Marchand. ich hab ihm 2 Clavicord verkauft eins für die Weiser: u eins für die Hagen: Kind. Schicke auch die Schue. deine kost______________1 f 18 Xr und für des h: Sohns seine musste bezahl_________ 1 f 36 Xr fürs Hütl Butz zahlte__________________________________„ – „ 18 Xr für die Schachtl zum Frauenzimer Hut_________„ – „ 20 Xr wenigst kan man ein paar Hütte imer_______ darin aufheb, od zur Reise mitnehm. Heinrich lässt sich beyderseits gehors: empfehl, schicket hier den 2t Theil u bittet um d 4t theil. du darfst nur den Umschlag abnehmen, und den 4t Theil damit einmach NB: habe ihn nicht geschickt, weil kein Platz war Bologna empfehlt sich, – er wäre gestern abgereist, allein man sahe den Anwachs des Wassers vor, und die Waginger Ordinari konnte heut wirkl: nicht zurück reitt, u ist der Post=Bueb mit dem Pferd noch hier, auch sind hiesige Postknecht ausgeblieb, die zurück hätt kom soll p p: er wird komende woche am Montage abreisen. h: von D'yppold empfehlt sich, er schickte mir gegenwärtig Einschluss. Der Leopoldl ist gesund u Lustig, küsst euch beÿde und seine Geschwistert, der Nanerl lasse ich dank für ihr recht sauber geschriebn Brief. die Fr: von Robinig ist mit ihrem Brud nach Villach abgereiset, um, wie höre ihres Bruds Hochzeit beyzuwohn. Sie empfehlt sich, und lasst vermeld, daß sie schon auf die Bestimte Zeit wied hier seÿn wird, um die Nanerl zur Firmung zu führen. DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881 d 19t aug h: fellacher Chorregent in Lauf empfehlt sich dir er war schon vor 12 tag beÿ uns und d Heinrich musste ihm spiel. er bat mich beÿ Gelegenheit der Lenerl das waderl hinaus mit zu schick, ich hatte es aber in d Eyle imer vergessen. Heut ist d schönste Tag, das Wasser fällt. der Leopoldl schreÿt u ist Lustig. die Nandl und Tresel küss die Hände und empf: sich, ich küsse euch von Herz, grüsse die Kind u bin ________________________________________________\hfill wie alzeit euer redlicher _____________________________________________________\hfill Vatter Mozart mp das Buch schicke beÿ ander Gelegenheit, schicke aber den 4t theil nächstens herein DOM=MUSICK=VEREINU.MOZARTEUM INTERNATIONALESTIFTUNG:„MOZARTEUM”1881