Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
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Salzburg
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Los Altos
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Digitale Mozart-Edition
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LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA VON BERCHTOLD ZU SONNENBURG IN ST. GILGEN
SALZBURG, 25. AUGUST 1786
_____________________________________________________________________________\hfill Salzb: d 25t aug.
_______________________________________________________________________________________________\hfill 1786
Der Leopoldl ist gesund!
Von Münch schrieb h: Brochard an Heinrich daß die arm Leute in d
Au durch 3 mahlige überschwemung des Löchels an d Iser sehr
viel Schad u Elend ausgestand. – daß 2 Fremde hintereinand
arrettiert word, einer d sich für ein Preus: Officier ausgab, aber
von den seÿn soll, die den gross Diebstahl damals in Lyon
macht. – der 2te wurde weg einem Diebstahl, den er an einem
and auch beÿm Albert wohnend fremd ausgeübt, eingezog. –
im näml: Schreib stehet am Ende: Eb ist die Nachricht eingelauff,
daß d König in Preuss wirkl: gestorb. – – der ist aber schon
gar oft gestorb. – übrigens schreibt er von einem sehr stark
Gewitter, welches ein Haus vor d Statt, und noch an einem and
Ort einen Getraidstadl abgebrannt. – dan daß sehr
viele Leute nach Augsp: abgereist sind, – darunter aber auch
einige, beÿ Gelegenheit des LuftBallons, aus Interesse, zum Beÿ=spiel d Violinspieler h: Hampl mit seinen Vatter u Schwester; –
dan der berühmte Tänzer h: Crux mit seiner Tochter, die beÿm
h: Fränzl in Manheim gelernt hat, dem Vatter paar 1600 f ge=kostet hat, aber, wie höre, für ein Frauenzimer, recht schön spielt.
diese werd also Concert geb, – und Schickaned wird wohl gewis
wied tracht den Gr: Waltron unter freÿem Himel zu geben;
nur aber Schade, daß er in Augsp: kein andres Militaire,
als die alt Stroppiert Stattsoldat u Lohnwächter hab kan.
Wen gestern u heut die Witterung so, wie beÿ uns ist, so wird
der Luftballon wohl seine Reise nicht angetrett hab, – sollte es
aber gescheh seÿn, so wird er gar bald unter den Wolck gewesen
seÿn, folglich mancher für seine Reisespesen nach Augsp: wenig zu
seh gehabt hab. Ich denke man wirds ganz gerne hinausschieb,
damit mehr in d Statt verzehrt wird: kan man sich doch unterdess
mit Concert, – und mit Comoedi unterhalt.
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Gestern war unsere grosse Festivitet mit d Hetze zwener ung:
Ochsen. Es gieng sehr langweilig zu, was kan es auch für eine
Hetze seÿn, wo nichts [als] Ochsen und Ochsen zugeg sind? – –
am Sontag werd sie wied eine mach.
Der Both brachte dein Brief, in welchem das Geld u das Schreib an Mr
D'yppold erhielt, u gleich ihm schickte.
So viel mir d h: Zahlmeister sagte ist sie nicht gros u ist 24 Jahr
alt. es mag also die 2te von den Zwilling seÿn. Vielleicht heist sie
jeanette, u er hat aus lauter Vergnüg den Nam ohnrecht verstand:
allein er sagte, auf meine Frage, wie sie heist, – ausdrücklich Babette, –
und ich antwortete ihm: also heist sie Baberl? er sagte: ja! –
er zeigte mir in der Sacrÿstaÿ von ferne eine Kamerjunfer, die ich
nicht kene und beÿ d frl: Roserl Firmian ist, und sagte, daß sie ihr
etwas gleiche; sie ist also nicht gros. ich sahe sie in d ferne, den ich
war heraus in d Kirche mit ihm beym Seitenaltar.
Heut in d halbe 12 uhr Mess hörte, daß unser h: Gesandter
aus Regenspurg an den h: HofCanzler, und die h: von Zilleberg
den Tod des Königs in Preuss berichtet habe. Es ist also
glaublich; den eine Lüge komt doch nicht so leicht an einem
Posttag aus 2 verschieden Länd zugleich. NB wen letztes
___________________________________________________________________________wahr ist.
daß es beÿ euch imer Wasser genug giebt, will nicht zweiflen,
da wir hier aigentl: 6 überschwemung diesen Somer hatt. Es wäre
kein Wunder, wen in euerem ohnehin so feucht und nassen Loch
beÿ der heurig ausserordentlich Nässe das Fortepiano ganz zu grunde
gerichtet wäre, da ich schon beÿ meinem daseÿn die Feuchtigkeit an all
Orten, so gar an den Zimerthürn bemerkte. – Hier schicke vom
Orgelmacher 3 Seyt N.o 5. 6. u 7. – Morg frühe geht er nach
Tamsweg weg einer Orgelbesichtigung; komt am Dienstag od
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Mitwoch wied zurück. bis ihr geg Michaeli hierkomt, wird
wiedum ein neues Fortepiano fertig seÿn: – auch hab ich an
Mr Marchand geschrieb, daß ich wünsche, er möchte um solche Zeit
hier eintreff.
die Comoedien, die unsere Liebhaber hier spiel woll, werd nicht
nur auf dem Theater sond fürs Geld aufgeführt werden:
aber NB für die Armen.
Der Leopoldl unterhält sich wirklich lieber mit lebend Mädch
als mit Figur, den die Salome Musch,
die die Tresel vom Dach herunter gesucht u ihm gebracht hatte,
mag er nicht leiden und wirft sie weg, da er doch sonst mit
den Mädchen sehr freundlich thut. Er mag nun seinem Vatter
od Großvatter nacharten, – die Sache ist einmahl natürlich!
Nun gute Nacht! es ist 11 uhr vorbeÿ, der Both sagte er werde
morg in aller Frühe kom. ich küsse euch von Herzen, grüsse die
Kinder u bin wie allzeit, euer redlicher Vatter
_________________________________________________________________\hfill Mozart mp
Die Nandl u Tresel küss euch die Hände.
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Hoffe die Lenerl, die ich grüsse, wird, wen sie nach
Salzb: komt, uns besuch.
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À Madame
Madame de Sonenbourg
_________à
________________St: Gilgen
Samt 3 Spülerl
ClavierSeÿten
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