Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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2009-08-20 CC BY-NC-SA 4.0 https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=54 A-Sm A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT) last file update: Wed May 11 14:48:22 2022
GEORG NIKOLAUS NISSEN AN CARL THOMAS MOZART IN MAILAND WIEN, 25. APRIL 1810
No 36 Mein lieber Freund,______________________\hfill Wien 25 April _____________________________________________________________________\hfill 1810. hierin finden Sie die gewünschte Arie und einen Brief an die respectable Gräfinn Baldasseroni, den ich Sie bestens zu besorgen bitte. Vielleicht werden Sie die Adresse zu berichtigen haben. Ihre Briefe vom 10. u. 30. März sind ange-kommen. Da wir einen eigenhändigen Brif von H. Bridi, aus Mailand am 6. datirt, gesehen hatten, so wunderten wir uns zu lesen, daß er Ihnen am 10. noch nicht zu Gesicht gekommen war. Wir freuen uns über die bevorstehende dortige Auf-führung des Requiem, und Ihre Mutter erwartet eine umständliche Nachricht davon, klein geschrieben, wenn sie etwa auch für die musicalische Zeitung bestimmt seyn könnte. Wird diese Aufführung Ihnen Geldvortheil bringen? Und wie geht es in derselben hinsicht mit der Clemenza? Es wird uns angenehm seyn, wenn Sie unsre Auslagen, ohne Sich zu genieren, vergüten können. Sie be-zahlen das Geld an Redaelli und geben uns davon Nachricht. Die Auslagen sind 10. Ducaten in Gold, wovon Sie aber den Preis des Ohrgehängs abrechnen müssen, auf welches Ihre Mutter recht neugierig ist. Schade, daß H. B. keinen Strohhut mitnehmen konnte. Es wäre unerlaubt, daß Sie Sich Kosten für uns machen, so lange Ihre Lage nicht sehr gut ist. Ehe Ihr zweyter Brief ankam, stand Ihr Forte-piano schon bey H. Bridi. An den halten Sie Sich. Auf die von Ihnen gemachten Vorschläge können wir leider nicht eingehen. Handeln Sie vorsichtig und lassen Sie das Instrument nicht kommen, ohne die Kosten zu kennen und bestreiten zu können. Wenn Sie den Weg durch Artaria vor-ziehen, so kann dieser es ja leicht von Bridi in Empfang nehmen. Ihr Commissionär muß das Einpakken besorgen und bezahlen. Ich ver-sichere Sie, daß wir alles Geld brauchen, was wir haben, und in keinem Vorschuße seyn können. Bridi war immer Ihr zärtlicher Freund und hat uns immer mit der wärmsten Theilnahme nach Ihnen gefragt. Deswegen rieth ich Ihnen eiligst, Sich mit ihm zu verstehen. Sein Spediteur sagt, daß er 10. Tage in Mailand war. Ihm hätten Sie das Kleid auch anbieten konnen. Kennen Sie nicht Redaelli gut genug, um ihm selbst den Vorschlag zu machen, daß er Credit gebe, den Sie von uns gewünscht hatten? der Brief an H. Härtel ist von mir selbst auf die Post gegeben worden. Wir sind Gottlob wohl und freuen uns, daß Sie uns von Sich keine entgegengesezte Nachricht geben. Ich hatte noch bis Sonnabend, da h. Bridi kömmt, warten wollen Ihnen zu schreiben, damit Sie zugleich erführen, wieviel Vergnügen die Corallen Ihrer guten Mutter gemacht hätten – aber ich habe bedacht, daß Sie um die Arie ver-legen seyn könnten. Sie haben wohl Recht, daß die Vermählung des französischen Kaisers uns allen innige Freude gemacht hat. Grüßen Sie von Ihrer Mutter alle diejenigen, die sich ihrer erinnern. Ich habe nicht erfahren können, wer es ist, der die Fräulein v. Spielmann heirathet, und weiß nur, daß er gegenwärtig in Mailand ist. Im nächstvorigen Winter ist der Apollosaal verschö-nert worden. Wenn die Broschüre über denselben nach dem Winter 1808-1809 geschrieben ist, so wissen Sie davon alles; bildliche Vorstellungen habe ich nicht entdekken können. Mögen Sie uns bald erwünschte Nachrichten von Ihrem Schiksale geben können! Leben Sie wohl und lieben Sie uns!_______\hfill Ihr Vater Nißen Ihre Mutter grüßt Sie auf das zärtlichste.