Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
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Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
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2009-08-20
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A-Sm
A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)
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GEORG NIKOLAUS NISSEN AN CARL THOMAS MOZART IN MAILAND
WIEN, 25. APRIL 1810
No 36
Mein lieber Freund,______________________\hfill Wien 25 April
_____________________________________________________________________\hfill 1810.
hierin finden Sie die gewünschte Arie und einen
Brief an die respectable Gräfinn Baldasseroni,
den ich Sie bestens zu besorgen bitte. Vielleicht
werden Sie die Adresse zu berichtigen haben.
Ihre Briefe vom 10. u. 30. März sind ange-kommen. Da wir einen eigenhändigen Brif von H.
Bridi, aus Mailand am 6. datirt, gesehen hatten,
so wunderten wir uns zu lesen, daß er Ihnen am
10. noch nicht zu Gesicht gekommen war.
Wir freuen uns über die bevorstehende dortige Auf-führung des Requiem, und Ihre Mutter erwartet
eine umständliche Nachricht davon, klein geschrieben,
wenn sie etwa auch für die musicalische Zeitung
bestimmt seyn könnte. Wird diese Aufführung
Ihnen Geldvortheil bringen? Und wie geht es in
derselben hinsicht mit der Clemenza? Es wird
uns angenehm seyn, wenn Sie unsre Auslagen,
ohne Sich zu genieren, vergüten können. Sie be-zahlen das Geld an Redaelli und geben uns
davon Nachricht. Die Auslagen sind 10. Ducaten
in Gold, wovon Sie aber den Preis des Ohrgehängs
abrechnen müssen, auf welches Ihre Mutter recht
neugierig ist. Schade, daß H. B. keinen Strohhut
mitnehmen konnte. Es wäre unerlaubt, daß Sie Sich Kosten für uns machen, so lange Ihre Lage nicht sehr gut ist.
Ehe Ihr zweyter Brief ankam, stand Ihr Forte-piano schon bey H. Bridi. An den halten Sie
Sich. Auf die von Ihnen gemachten Vorschläge
können wir leider nicht eingehen. Handeln Sie
vorsichtig und lassen Sie das Instrument nicht
kommen, ohne die Kosten zu kennen und bestreiten
zu können. Wenn Sie den Weg durch Artaria vor-ziehen, so kann dieser es ja leicht von Bridi in
Empfang nehmen. Ihr Commissionär muß das
Einpakken besorgen und bezahlen. Ich ver-sichere Sie, daß wir alles Geld brauchen, was wir
haben, und in keinem Vorschuße seyn können.
Bridi war immer Ihr zärtlicher Freund und
hat uns immer mit der wärmsten Theilnahme
nach Ihnen gefragt. Deswegen rieth ich Ihnen
eiligst, Sich mit ihm zu verstehen. Sein Spediteur
sagt, daß er 10. Tage in Mailand war. Ihm
hätten Sie das Kleid auch anbieten konnen.
Kennen Sie nicht Redaelli gut genug, um
ihm selbst den Vorschlag zu machen, daß er
Credit gebe, den Sie von uns gewünscht hatten?
der Brief an H. Härtel ist von mir selbst
auf die Post gegeben worden.
Wir sind Gottlob wohl und freuen uns, daß Sie uns von Sich keine
entgegengesezte Nachricht geben.
Ich hatte noch bis Sonnabend, da h. Bridi
kömmt, warten wollen Ihnen zu schreiben, damit
Sie zugleich erführen, wieviel Vergnügen die
Corallen Ihrer guten Mutter gemacht hätten –
aber ich habe bedacht, daß Sie um die Arie ver-legen seyn könnten.
Sie haben wohl Recht, daß die Vermählung
des französischen Kaisers uns allen innige
Freude gemacht hat.
Grüßen Sie von Ihrer Mutter alle diejenigen,
die sich ihrer erinnern.
Ich habe nicht erfahren können, wer es ist, der
die Fräulein v. Spielmann heirathet, und
weiß nur, daß er gegenwärtig in Mailand ist.
Im nächstvorigen Winter ist der Apollosaal verschö-nert worden. Wenn die Broschüre über denselben
nach dem Winter 1808-1809 geschrieben ist, so
wissen Sie davon alles; bildliche Vorstellungen habe
ich nicht entdekken können.
Mögen Sie uns bald erwünschte Nachrichten von
Ihrem Schiksale geben können! Leben Sie wohl und lieben
Sie uns!_______\hfill Ihr Vater Nißen
Ihre Mutter grüßt Sie auf das zärtlichste.