Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart
Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Salzburg
Austria
The Packard Humanities Institute
Los Altos
California, USA
Morgenstern
Anja
text encoding, text editing
Kelnreiter
Franz
technical supervisor, data modelling
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
Ulrich Leisinger
Digitale Mozart-Edition
[https://dme.mozarteum.at]
2009-08-20
CC BY-NC-SA 4.0
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A-Sm
A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)
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ALOYS FUCHS AN FRANZ LORENZ IN WIENER NEUSTADT
WIEN, 15. AUGUST 1850
____________________________________________________________\hfill Wien am 15. August 1850.
_______________________________________________________________________________________1239
_____Verehrtester Freund!
Sie erhalten hierneben, den mir zur Einsicht mitgetheilten
Aufsatz über Mozart |: Pia desideria „In Sachen Mozarts :| mit verbindlichsten
Danke zurük; zugleich mit der Versicherung, daß mir
diese vortreflich geschriebene Abhandlung sehr viel
Vergnügen gemacht hat, und ich um Alles; dieselbe durch
den Druk veröffentlicht wünschte, aber als selbst=ständige Brochüre, denn in einem Zeitungsblatte müß=te sie zerstükelt werden, was der Sache schaden wür=de, weil Alles in einem Guß gelesen werden muß.
Ich habe nur Weniges beigesetzt, denn das Capitel
„über Verhunzungen der Mozartschen Werke” gedenke
ich dereinst ausführlich der Welt mitzutheilen; es
genieren mich dermal noch einige lebende Personen
die ich Etwas stark angreifen muß. Das Materiale
hiezu ist gesamelt – es harrt nur der Redaction!
_____Denken Sie, Verehrtester! in der Sache noch, auf
welche Art Ihr Aufsatz am zwekmässigsten in die
Öffentlichkeit gebracht werden könnte?
Was hat Sie den in Ihren letzthin erschienenen
Artikel in der W. Ztg betrübt? Derselbe hat
hier aller Orten den besten Anklang gefunden?
und war ganz a tempo. Ihre Bemerkungen über
Passavants „Raffaelica” macht mich lüstern, darnach
in dasselbe ein wenig hineinzuguken! wie lau=tet der vollständige Titl? u wo ist es zu be=komen? Vielleicht hat es die kk. Hofbibliothek.
Ferner sende ich Ihnen die mir zur Ansicht ein=geschikte anonyme Frei=Maurer=Cantate, so wie
das thematische Verzeichniß; samt beigefügten
Bemerkungen, wieder zurük; detto die Ländler.
Auch lege ich Ihnen, eine getreue Abschrift des
Briefes – welchen M:r Oulibicheff an mich ge=schrieben, in der Voraussetzung, bei, daß es
Ihnen imer interressant sein dürfte, zu
vernehmen, wie der Mann über sein Werk
spricht, und weil Manches darin zur vollkom=menen richtigen Verständniß des Ganzen
beiträgt. Wenn H. v Plaimschauer demnächst
nach Wien kömt, könnten Sie mir diese Abschrift
wieder zurükstellen. Komen Sie wieder einmal
zu mir, zeige ich Ihnen das Original.
_____Ein thematisches, aber mit Sachkentniß angefer=tigtes, Verzeichniß über dasjenige, was das
Stift Lilienfeld v Mozart besitzt, wäre nicht
uninterressant! vielleicht taucht manches
Incognitum auf, was ich nach den oftmaligen
Enttäuschungen aber imer weniger glaube!
_____Nun leben Sie wohl – lassen Sie bald von
Sich hören, oder noch besser – komen Sie
Selbst; wonach sich sehnt
______________________Ihr
___________________________________\hfill ergebner Freund
____________________________________\hfill Aloÿs Fuchs.
NB In Anhoffung Ihrer Genehmigung habe ich mir Ihre Abhandlung vor der Hand
abgeschrieben um diesen köstlichen Artikel einstweilen zu besitzen.