Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
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FRANZ XAVER WOLFGANG MOZART AN BREITKOPF & HÄRTEL IN LEIPZIG PODKAMIEŃ, 29. DEZEMBER 1810
_____________________________________\hfill Podkamién den 29 Xber _________________________________________________________\hfill 1810 __________Schätzbarster Herr! Schon ist es länger als ein Jahr, daß ich nicht so glücklich war, auch nur die geringste Nachricht von Ihnen zu erhalten. Ob Sie gar nicht mehr sich meiner errinern? Dazu bin ich zu sehr von Ihrer Güte überzeugt. Warum habe ich so lange nicht geschrieben? Aufrichtig zu sagen, aus Schaam, weil ich Ihnen die Be=endigung, der mir von Ihnen
aufgetragenen Ar=beitBreitkopf & Härtel hatten bei Franz Xaver Wolfgang Mozart Flötensonaten bestellt. Siehe den Brief vom 19. November 1808. Von diesen Flötensonaten ist nur ein einzelner Satz e-Moll für Klavier und Flöte WV VI:10 überliefert. Weitere Flötensonaten von Franz Xaver Wolfgang Mozart sind nicht bekannt.
, noch imer nicht ankündigen kan. Was die Ausbildung, meines kleinen Talentes betrifft, geht es mir hier sehr schlecht, den ich bin, des einförmigen, unmusikalischen Lebens wegen, welches ich hier führen muß, so übel daran, daß ich, trotz allen angewandten Fleiße, nicht das geringste, zu Stande bringen kan. Ich bin daher fest entschlossen, künftigen May 1811, mein bisher geführtes Automaten Leben, gegen ein besseres zu verwechseln, und dieses Land zu verlassen. Wohin ich meine Schritte wenden werde, bin ich selbst noch unent=schlossen, und ich ersuche Sie daher, mir recht bald, Ihre Meinung und Ihren Rath, mitzutheilen. Ich wende mich mit desto mehr Zuversicht an Sie, da ich überzeugt bin, daß Sie mir Ihre fernere Güte nicht versagen werden. – Meine Mutter ist, wie Sie wohl wissen werden, glücklich in
KoppenhagenConstanze und Georg Nikolaus Nissen, die am 26. Juni 1809 in Pressburg geheiratet hatten, waren im September 1810 nach Kopenhagen gezogen.
, | wo sie vermuthlich imer bleiben wird :| angekomen. – Da ich mich doch noch vor mei=ner Abreise, in Lemberg zu meinem Vortheile möchte hören lassen, so ersuche ich Sie mir So bald möglich mein Concert zu schicken. Auch bitte ich Sie | wen es Ihnen noch nicht lästig ist | 2 Exempl: davon an die Kaufleute Schram u Karstens in Hamburg zu schicken, mit dem Bedeuten, daß die Frau Baronin Lüttichau, es selbst abhohlen lassen wird. In Erwartung einer geneigten Antwort, habe ich die Ehre zu verbleiben Ihr ergebenster _______________________________________ \hfill Wolfgang Mozart mp \newpage Adr wie imer, beym Grafen Baworowski, über Lemberg und Stzreliska nach Podkamién. Sie waren noch nicht so gütig, mir, Ihrem Versprechen gemäß, hübsche neue Poesien, zu Liedern zu schicken. So eben habe ich wieder
sechse, mit Begleitung des FortepIn Frage kommen folgende zwischen 1808 und 1810 komponierten Lieder: An die Bäche WV IIIb:21, Seufzer WV IIIb:22, Lotte WV IIIb:23, Die Entzückung WV IIIb:24, Das Hüttchen WV IIIb:25. Die Lieder erschienen nicht bei Breitkopf & Härtel. Eine Auswahl von ihnen, WV IIIb:21, 22 und 24, publizierte Franz Xaver Wolfgang Mozart gemeinsamt mit WV IIIb:26, 28 und 29 als op. 21 Ende 1819 bei August Cranz in Hamburg.
 componirt, die Ihnen, wenn Sie befehlen zu Diensten stehen. Die Worte sind allerliebst. 1810.____________Podkamién. d. 29. Decbr ______________________Mozart ___________